Der Grenzübergang in Hani i Hotit lief völlig problemlos. Irgendwie hatten wir vergessen, den nötigen PCR-Test zu machen 😉, machte aber nichts-keiner wollte ihn sehen…

Die montenegrinischen Zollbeamten ließen sich ein paar Stauklappen öffnen und warfen einen Blick in die Wohnkabine, aber eigentlich nur aus reinem Interesse. Lt. ihrer Aussage waren wir „the best car this year“, alle waren super entspannt und freundlich. 

Nach 1 Woche, 1 Tag, 23 Stunden und 43 Minuten hatten wir damit Albanien verlassen und waren gespannt auf unser neues Reiseland. 

Albanisches Luxushotel kurz vor der Grenze – über Geschmack lässt sich nicht streiten…

Nach ein paar Kilometern erreichten wir Montenegros Hauptstadt Podgorica und quälten uns im Stau durch die Randgebiete, bevor wir auf eine sehr schmale Bergstraße ins Landesinnere abbogen. Die „Panorama Route“ bot phantastische Ausblicke über den Nationalpark Skadersko jezero und führte uns nach ein paar Kilometern zu unserem Ziel, dem Campingplatz in Rijeka Crnojevića.

Zwischendurch trafen wir zufällig noch eine einheimische Fremdenführerin, die schon mal für das Empfangskommité am Stellplatz sorgte. Der Campingplatz war eigentlich nur eine Wiese am Rand des kleinen Ortes direkt am Fluß, aber mit der nötigsten Infrastruktur und super entspannt. 

Nachmittags genehmigten wir uns einen vorgezogenen Sundowner in dem zum Teil hübschen Ort,  machten einen Spaziergang durch die umliegenden Hügel, verbrachten mal wieder eine durch Hundegebell unterbrochene Nacht und freuten uns auf die Bootstour am nächsten Morgen. 

Der Juniorchef des Campingplatzes fungierte als Bootsführer und Reiseleiter und fuhr mit uns ca. 1 Std. lang über den Fluß, den Skadarsko See mit unzähligen Seerosen und den „Amazonas-River“. Eine tolle Tour bei bestem Wetter durch eine unglaublich schöne Landschaft.

Danke für die Videobearbeitung an Philip !

Anschließend bekamen wir einen Wohnwagen vor die Tür gestellt. Das Ding versperrte uns zwar ein wenig die Aussicht, machte aber nichts, es handelte sich um die mobile Wifi-Station 😉. 

Von unseren Stellplatznachbarn Laura und Chris bekamen wir am zweiten Tag den Tipp einer möglichen Covid-Impfung in Podgrorica (vielen Dank dafür, das Bier steht kalt 😉). Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und machten uns nochmal auf den Weg in die Hauptstadt. Das Impfzentrum befand sich im Musical Centre of Montenegro und die Abwicklung war unglaublich unkompliziert. Wir tauchten nachmittags ohne Termin dort auf, wurden super nett empfangen, hatten null Wartezeit und konnten dann auch zwischen AstraZeneca und Sinopharm wählen – und das kostenlos und als Ausländer ! Besser ging es nicht – Danke Montenegro !

Da wir nicht wussten, ob wir evtl. Nebenwirkungen unserer Astra-Impfung bekommen würden, fuhren wir zurück zu unserem alten Stellplatz, um dort den folgenden Tag abzuwarten. 

Was am meisten Zeit kostete, war das totale Verkehrschaos in der Innenstadt. Endlose Staus, zugestellte Kreuzungen und wildes Gehupe. Irgendwann hatten wir aber auch das überwunden und standen wieder an „unserer“ Wiese am Fluß. 

Aus dem einen geplanten Tag wurden so am Ende fünf, die aber sehr erholsam und durch die Impfung auch erfolgreich waren. Nach den vielen Fahrtagen in den letzten Wochen tat eine kleine Auszeit auch gut. 

Ich hatte am folgenden Tag ein bisschen mit Nebenwirkungen zu kämpfen, hielt sich aber in Grenzen. Dazu kam aber noch eine Hornisse, die es sich in unserer Wäsche auf der Leine gemütlich gemacht hatte. Beim Zusammenlegen der Sachen beschloss sie dann, dass es nichts schaden kann, mich in den Arm zu stechen…  Insgesamt nicht so mein Tag 🙁. Trotzdem konnten wir uns nach knapp einer Woche auf den Weg machen, um noch ein wenig mehr von Montenegro zu erkunden. 

Unser Weg führte über die Panoramastraße 1, die sog. „Krone von Montenegro“, nach Norden in die Berge. Wir passierten die beeindruckende Moraca-Schlucht, von der es in Ermangelung guter Viewpoints leider keine Fotos gibt. Die Strecke war teilweise eng, kurvig und z.T. spannend… Es gab ein paar in den Fels gehauene, stockdunkle Tunnel, durch die Ingo gerade mal so durch passte, das Ganze natürlich sehr oft mit Gegenverkehr. 

Schließlich landeten wir im „Camp Lipovo“ beim Skiort Kolasin. In der erst dieses Jahr eröffneten Anlage standen wir mitten zwischen den hübschen Blockhütten mit Blick auf die schneebedeckten Berge. Ein tolles Camp, liebevoll gestaltet, sehr nette Betreiber, direkt an einem kleinen Fluß und mit Lagerfeuerromantik 🙂. V.a. aber hatte es Wifi, das wir dringend brauchten um unsere montenegrinische SIM-Karte zu aktivieren. Das Ganze gestaltete sich etwas schwierig, dauerte in Summe etwa 3 Stunden und diverse Telefonate mit dem Callcenter, hat am Ende aber funktioniert 👍 (Telenor, € 5,00 für 7 Tage: 50 GB, 50 € Telefon, Aktivierung: 14077 anrufen, Callcenter: 1700, gibt’s an jedem Kiosk). 

Wir folgten weiter der gut ausgebauten Panoramaroute und passierten die Tara Schlucht. Sie ist mit 78 km Länge und teilweise 1300 m Tiefe eine der längsten und tiefsten Schluchten Europas. Die Straßen wurden enger und kurviger, je näher wir dem Durmitor Nationalpark kamen. Durch eine riesige, touristisch sehr erschlossene Hochebene näherten wir uns dem Gebirge.

Unser Ziel war ein Stellplatz einige km im Park gelegen. Das erste Schneefeld konnten wir noch passieren, vor dem kurz darauf folgenden Felsrutsch war dann aber Schluß. Die Vermessung meiner beiden Begleiter ergab: keine Chance. Danach wäre aber sowieso Ende gewesen, hinter dem Felsbrocken folgte das nächste Schneefeld – und das wäre nicht mehr passierbar gewesen.

Schade ! Damit hatte sich unsere Tour durch das Gebirge erledigt. Wir verbrachten den restlichen Tag und die Nacht auf einem kleinen Parkplatz mit grandioser Aussicht über einen kleinen See in die Berge. Lui hatte mal wieder Spaß im Schnee und wir genossen die himmlische Ruhe.

Wir verließen die Berge und fuhren mal wieder auf einer Panoramaroute nach Süden. Man bekommt das Gefühl, dass jede Straße hier eine Panoramaroute ist, irgendwie aber auch zu Recht. Überall wo wir entlang fuhren, war die Landschaft wirklich wunderschön.

Unser letzter Übernachtungsplatz in Montenegro wurde der „Slansko Jezero“, ein künstlich angelegter aber sehr natürlich wirkender See mit unzähligen Inseln und Halbinseln. Leider war Ingo zu groß um direkt am Wasser zu stehen, unser Stellplatz etwas oberhalb bot aber eine schöne Aussicht über die tolle Landschaft.

Uns hat Montenegro gefallen ! Wir mochten die Menschen, die Natur und „das Flair“. Leider begegneten uns zwar auch hier Müllberge in wunderschöner Natur, trotzdem ist dieses Land auf jeden Fall auf der Liste der „will-ich-nochmal-hin“ Länder.

Morgen geht es für uns weiter nach Kroatien. Den Schlenker über Bosnien-Herzegovina sparen wir uns, wir wollen in Granicni prijelaz Konfin (ganz im Süden) direkt nach Kroatien einreisen.

Eine Anmerkung am Schluss: Wir bekamen eine sehr nette email von Amel, der Ingo in Podgorica auf der Straße gesehen hatte und uns über unser Kontaktformular Support für sein Land angeboten hatte. Leider war seine email-Adresse nicht angegeben, so dass wir nicht antworten konnten. Das war nur eins von vielen Beispielen für die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Montenegriner ! Viele Grüße an Amel und seine Familie !

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Andrea
Andrea
6 Monate zuvor

Voll schön das Video !!!

Chris
Chris
6 Monate zuvor

Moin,
Glückwunsch zur Impfung, cooles Szenario und hier so gar nicht vorstellbar….happy Montenegro…, aber immerhin sind wir auch damit durch. Dann auch noch Film vom Amazonas und zauberhafte Landschaftsbilder….ich kann mich nur wiederholen…“alles richtig gemacht“
Genießt die Zeit und weiterhin alles Gute
Birgit&Chris

Michael
Michael
6 Monate zuvor

Wieder einmal liefert Ihr wunderschöne Bilder von Eurer Reise. Mit Schnee hattet Ihr wohl nicht gerechnet, wo doch fast schon der Sommer in greifbarer Nähe ist. Weiterhin wünschen wir eine gute und sichere Fahrt und grüßen herzlich aus dem kalten Thüringen.

Ingeborg
Ingeborg
6 Monate zuvor

Hallo Ihr! Also wohin Ihr uns heute mitgenommen habt, war ja wunderschön. Also diese Landschaft und die Beschreibung von Mensch und Natur, würde uns auch begeistern. Lui im Schnee ist ein Augenschmaus!
Danke, dass wir wieder mitreisen durften. Bis bald!
Gute Weiterfahrt und seid beschützt!
Liebe Grüße, Helmut und Ingeborg

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