Nach zwei Nächten auf dem Camping Tirana machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Montenegro. Unser nächster Stop war das Agritourismo „Mrizi i Zanave“, ca. 30 km vor der Grenze. Bei der Stellplatzsuche stolperten wir über diesen Bauernhof, der auch Übernachtungsplätze für Camper anbietet. Wir erwarteten einen kleinen Hof mit einem einfachen Restaurant und landeten bei einem top aufgezogenen Betrieb.

Der erste Eindruck schreckte uns ein bisschen ab, es war die Hölle los… Der große Parkplatz brechend voll, vom Streichelzoo bis zur Kindereisenbahn hinter dem Traktor war alles vorhanden, der Stellplatz extrem matschig. Wir blieben trotzdem und erkannten erst später, dass wir bei einem DER Gastronomen Albaniens gelandet waren. 

Das Essen und das Ambiente waren richtig gut. Ein stilvoll eingerichtetes Restaurant und vom Rosenwasser als Aperitif, bis zum Dessert stimmte alles. Das Essen bestand aus einer Vielzahl albanischer Köstlichkeiten, vom Gemüse bis zum Fleisch (Babyziege und Hühnchen) alles selbst produziert. Für albanische Verhältnisse relativ hochpreisig, waren wir sehr angetan von der Rechnung über umgerechnet € 30,00 incl. Getränken. 

Wir gönnten uns am nächsten Morgen auch noch das Frühstück dort, was dem Abendessen in nichts nachstand. 

Die Nacht war mal wieder durch Hundegebell unterbrochen, diesmal klang das Tier neben dem Auto allerdings wie ein wütender Braunbär…

Wir fuhren weiter zum Koman Stausee östlich von Shkodra, in vielen Reiseberichten beschrieben v.a. wegen der angeblich schönsten Fänrverbindung Albaniens, aber auch wegen den kurvigen und schlechten Straßen. Die Fähre sparten wir uns, genauso wie die Umrundung. 

Nach einem kurzen Abstecher (ca. 30 Min. für 10 km) drehten wir um und verbrachten den Nachmittag und die Nacht auf dem Parkplatz des Restaurants „Perla“. Wunderschön direkt am See gelegen, mit verstreut liegenden Pavillons in einer hübschen Gartenanlage und leckerem Essen. 

Auf dem Parkplatz war den ganzen Tag reger Betrieb, nachdem gegen 22.00 der letzte Gast gefahren war, hatten wir aber eine ruhige Nacht – die erste seit Wochen ohne Hundegebell !

Dies sollte unser letzter Abend in Albanien sein. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Montenegro. Nach ca. einer Woche in diesem Land blieb ein zwiespältiges Gefühl. Die dicksten Freunde sind wir nicht geworden, ist aber vielleicht in der Kürze der Zeit auch nicht möglich. Gerne würden wir dieses Land später noch einmal bereisen, mit einem kleineren Auto. 

Eine Auffälligkeit noch am Schluss: Das Land ist übersät mit Bunkern. Ca 200.000 Stück, erbaut zwischen 1972 und 1984 unter der sozialistischen Herrschaft von Enver Hoxha. Sie stehen in Gärten, an der Straße, eigentlich überall und sind manchmal sogar ganz hübsch 😉. 

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Hertschi
Hertschi
3 Monate zuvor

Ihr habt ja in Albanien das Drin Tal vergessen …
Tja … Albanien ist seltsam … Montenegro ist sehr schön …

Ingeborg
Ingeborg
3 Monate zuvor

Hallo Ihr Dreie,

Albanien ade. Kulinarisch hattet Ihr es ja gut getroffen, schaut alles wirklich sehr lecker aus. Auf diesen Straßen zu fahren – mit Eurem „Gefährt“ …puuuhhh!
Hatte den Bericht aus dem „Mercedes-Land“ schmunzeln gelesen.
Wie ist es Lui in den Nächten ergangen, bei dem Gebell all der Streuner-Hunde? Wie geht es ihm, habe schon mal wieder ein Foto von ihm vermißt!
Weiterhin gute Fahrt, passt auf Euch auf!
Liebe Grüße
Ingeborg und Helmut

Chris
Chris
3 Monate zuvor

Moin Ihr Lieben,
da läuft einem das Wasser im Munde zusammen….lukullische Bilder und in der kürze der Zeit habt Ihr die Strecke mit albanischen Sahnestückchen gepflastert, wobei die Bunkermanie wohl unausweichlich ist…, schon befremdlich, was Volksvertreter in aller Herren Länder so an Geistesblitzen absondern. Weiterhin viel Glück auf Euren Wegen….
cu
Birgit und Chris