In 1 Woche, 2 Tagen und 2 Stunden sind wir in Montenegro 501 km gefahren. 

Als Nächstes ging es nach Kroatien. Wir entschieden uns für den kleinen Grenzübergang Granicni prijelaz Vitaljina ganz im Süden Kroatiens, auch um uns Bosnien-Herzegowina im Transit zu ersparen. Kurz vorher machten wir (zum Glück) noch den notwendigen Covid Schnelltest, diesmal wollte ihn der Grenzbeamte tatsächlich sehen…

Auch dieser Grenzübertritt verlief völlig entspannt und problemlos und nach ein paar Minuten waren wir im 5. Land unserer Reise. 

Quelle: lust-auf-kroatien.de

Kurz hinter der Grenze bogen wir ab auf die Prevlaka Halbinsel, die mit dem Kap Ostra den südlichsten Punkt des kroatischen Festlandes bildet. Auf der Halbinsel befindet sich eine 1850 erbaute Festung und ansonsten nur im Jahre 2001 verlassene Militäranlagen.

Wir fanden einen top Stellplatz auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz mit einem 360° Panorama, standen in himmlischer Ruhe und verbrachten eine totenstille und ungestörte Nacht. 

Ein guter Start in Kroatien, so gut, dass wir noch einen zweiten Tag blieben. 

Wir erkundeten bei bestem Wetter noch ein bisschen mehr der Halbinsel und fanden u.a. einen weiteren Hubschrauberlandeplatz und ein Towerartiges Gebäude. Lui musste sich von den Anstrengungen danach etwas erholen und wir reservierten unseren nächsten Stellplatz, ein Weingut kurz vor Dubrovnik.

Nach nur 30 Minuten Fahrzeit kamen wir am „Camperstop Vineyard“ bei Komaji, kurz vor Dubrovnik, an. Unterwegs besorgten wir noch ein bisschen Bargeld und eine kroatische SIM Karte. Wir waren zwar wieder im Roaming Gebiet, ein bisschen mehr GB schaden aber nie… (Telemach HT HR, 20 GB für 7 Tage, umgerechnet € 9,30, gibt’s am Kiosk, Aktivierung: ins Handy einlegen und ins internet gehen, funktioniert auch im mobilen Router).

Unser Stellplatz auf dem Weingut war nett, die Gastgeber auch, wir kauften ein bisschen frisch geernteten Salat zum Abendessen und machten einen Spaziergang durch eine irgendwie toskanisch wirkende Landschaft. Da in dem Familienbetrieb nur Rotwein produziert wird, haben wir ihn weder probiert noch gekauft, bei diesen sommerlichen Temperaturen steht uns der Sinn der eher nach weiß oder rosé.

Auch die folgende Etappe war kurz. Das erste Stück fuhren wir auf der gut ausgebauten und wunderschönen Küstenstraße vorbei an Dubrovnik. Die Stadt war für uns mit Ingo leider nicht wirklich erreichbar und so steht auch sie auf der „machen wir später“ Liste. Kurz danach ging es wieder in die Berge, wo wir nach ein paar km auf einem winzigen Sträßchen unseren Stellplatz erreichten. Ein Aussichtspunkt, der seinen Namen wirklich verdient. Ein phantastischer Blick über eine tolle Insellandschaft aus 400 m Höhe. Der Verkehr auf dieser kleinen Straße war mehr als überschaubar und so verbrachten wir einen entspannten Nachmittag und eine ruhige Nacht.

Die Straßen sind voll mit Campern, das Land füllt sich… Freistehen an der Küste ist damit vermutlich nicht mehr möglich und so hangeln wir uns im Landesinneren Richtung Norden.

Da die Peljesac-Brücke, die über die Bucht von Mali Ston das dalmatinische Festland mit dem Rest Kroatiens verbinden soll, leider noch nicht fertig ist, blieb uns nur die Fahrt durch den Neum-Korridor. So kamen wir in den Genuss von ca. 10 km Bosnien und Herzogowina und einem kleinen Stau bei der Wiedereinreise nach Kroatien.

Kurz danach bogen wir wieder ab ins Hinterland und fanden einen abgelegenen Stellplatz mitten im Nirgendwo. Den ganzen Tag über passierten uns ungefähr drei Autos, ansonsten waren wir alleine in den steinigen Hügeln.

Am folgenden Tag machten wir ein bisschen Strecke und fuhren über die Autobahn zum Peruca Jezerko nördlich von Split. Die Autobahn war ein Traum. Menschenleer, top Zustand und mit umgerechnet € 13,00 für knapp 100 km auch relativ günstig, v.a. aber mit Wildbrücken für Bären und Wölfe 😳.

Wir fuhren durch tolle Landschaften, in denen nicht umsonst die Winnetou Filme gedreht wurden und fühlten uns ein bisschen in unsere Jugend zurück versetzt. Irgendwie erwarteten wir die ganze Zeit gleich Pierre Brice und Lex Barker auf ihren Pferden zu sehen, gefolgt von ein paar Apachen…

Der Peruca Stausee ist mit 15 qkm der größte See Kroatiens, wurde 1959 gebaut und enthält ca. 541 Mio. Kubikmeter Wasser. Unsere zunächst ausgesuchten Stellplätze waren leider nicht zugänglich, entweder war die Vegetation zu niedrig für Ingo, oder die gesamte Straße überschwemmt…

Wir fanden aber noch einen netten Platz in der Nähe eines Picknickareals und Ruderclubs, zwar leider nicht mit Seeblick, aber trotzdem schön und ruhig.

Wir wichen etwas vom Kurs ab und fuhren Richtung Westen in den Krka Nationalpark. Unser erster Stop war ein Aussichtspunkt oberhalb des Visovacko Sees mit einer kleinen Klosterinsel.

Die reichlich vorhandenen Wasserfälle im Park erreichten wir leider nur mit ca. 60 km Umweg, die Brücke über den Fluß war für alles über 7 t gesperrt. Der Weg hat sich aber gelohnt, mal wieder eine tolle Landschaft mit beeindruckenden Wasserfällen. Von unserem Stellplatz, einem stillgelegten Bahnhof mit nichts drumrum, machten wir noch einen etwas längeren Spaziergang zu einer weiteren Kaskade. Unterwegs hatten wir (und Lui…) zwei Mal etwas anstrengende Begegnungen mit vier riesengroßen Hunden, die Antipathie lag auf beiden Seiten 😳.

Den folgenden Vormittag nutzten wir für eine Wanderung zu weiteren Wasserfällen. Der Abstieg -und damit auch der Aufstieg…- waren steil und am Schluss verbuchten wir das Ganze als Trainingseinheit, der Ausblick am Ende war ganz hübsch, mehr aber auch nicht. 

Nach 30 Min. Fahrtzeit erreichten wir unser nächstes Ziel, das Camp Europa. Wir gönnten uns mal wieder einen Campingplatz mit Waschmaschine und endlos warmem Wasser aus der Dusche. 

Der Platz war eigentlich der riesige Garten der Betreiber, einfach, aber nett gemacht, die Besitzer super freundlich und es gab einen privaten Rundweg für die Hunderunde 👍. Ansonsten beschäftigten wir uns ein bisschen mit Service an Ingo, v.a. aber mit Kletten aus dem Hund sammeln. Kroatien ist das Mutterland der Kletten…

Mittlerweile sind wir in der Mitte des Landes angekommen, also voll im Zeitplan. Die weitere Route geht über Slowenien und Österreich nach Deutschland. Ende Juni wollen wir Ingo bei Fa. Kerkamm in Elmshorn abgeben. Es stehen ein paar Umbau- und Wartungsarbeiten an, bevor wir dann hoffentlich im Juli/August in die USA verschiffen können. 

5 2 votes
Article Rating
Author

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
2 Comments
neueste
älteste meiste Bewertungen
Inline Feedbacks
View all comments
Gerd Rother
Gerd Rother
16 Tage zuvor

Moin, Moin , ein Morgengruß aus Hamburg !! Dann seid Ihr ja bald wieder in der Verkehrsstau – Republik ! Weiterhin gute Fahrt und ich lese gern Eure Beiträge !!
Gruß Gerd

Chris
Chris
18 Tage zuvor

Moin, …der Tag wird kommen, da muss Ingo durchs Wasser, wetten?!?! Unglaublich schöne Bilder, Ihr habt es echt drauf die passenden Wege zu finden…Kletten und Hund, erinnert an unseren Bobtail damals, wir haben ihn dann geschoren :-). Verschifft Ihr Euch mit oder fliegt Ihr hinterher? Na, ist ja noch ein paar Tage hin….und wenn Ihr in Alaska nicht einschneien wollt müsst Ihr ab August aber richtig Strecke machen, wir sind gespannt…
cu
Birgit &Chris