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Ich bin Lui und habe es wirklich nicht leicht.

Als Welpe mit meinen Geschwistern auf Sardinien ausgesetzt, dann im Tierheim mit der Flasche aufgezogen und danach mit ganz vielen anderen in einem Zwinger die ersten Monate meines Lebens verbracht. Ich kann mich nicht genau erinnern, was genau da alles passiert ist, schön war es auf keinen Fall ! Und das einzige, was ich gelernt habe ist, dass Angriff die beste Verteidigung ist. 

Irgendwann wurde ich in ein Auto geladen, stundenlang in der Gegend rumgefahren, um dann in Norddeutschland wieder auszusteigen. Die Familie, bei der ich da gelandet war, war eigentlich ganz OK. Nette Leute und ein relativ entspannter Hundekumpel. Lief alles nicht so schlecht, ich gewöhnte mich langsam ein, hatte auch nicht mehr so viel und vor allen Dingen Angst. Bis dann diese zwei Leute aufgetaucht sind… Die kamen öfter und versuchten auch ganz nett zu mir zu sein.

Die Pläne der beiden habe ich leider nicht durchschaut. Irgendwann wurde ich wieder in ein Auto geladen und bei den beiden wieder rausgelassen. So weit so gut, die nette Familie und der andere Hund waren ja dabei. Zunächst… Irgendwann sind die einfach weggefahren und haben mich dagelassen. Kein schönes Gefühl! Ich hatte Angst, die zwei hatten keine Ahnung von Hunden und irgendwie war alles gefährlich da. Ich wollte nicht in den Garten, fressen nur, wenn keiner in der Nähe war und anfassen lassen sowieso nicht. Nach ein paar Monaten hatte ich mich in mein Schicksal gefügt, mich da halbwegs eingelebt und fand die zwei eigentlich auch ganz OK. Zwar musste ich dauernd in irgendeine Schule und sollte alles mögliche lernen, aber im großen und ganzen war es ganz gut da. 

Und was machen die dann?? Die ziehen um !

Mitten in eine Stadt, kein Garten mehr, überall Menschen, Autos und andere Hunde. Alles wieder von vorne. Angst, Schule, neues Revier etc.  Nach einiger Zeit war es dann aber wieder OK für mich, nützt ja auch nichts… Die beiden mag ich inzwischen auch ganz gerne, auch wenn sie meinen, dass sie die Rudelführer sind. Lächerlich !

Und dann ? Ziehen die in einen LKW und fahren in der Weltgeschichte rum, mit mir natürlich. Dauernd neue Umgebungen, in diesem Auto wenig Platz und überhaupt. 

Wie soll ich denn da meinen Auftrag erfüllen ? Eigentlich bin ich nämlich ein Hüte- oder Herdenschutzhund. Weiß nicht genau was, ist auch egal, im Zweifel beides. Mittlerweile habe ich meine Mission erkannt ! Ich muss die zwei beschützen, die haben nämlich keine Ahnung. Hören schlecht, riechen so gut wie gar nichts und können Gefahren nicht richtig einschätzen. 

Und dann wissen die das noch nicht mal zu würdigen… Jedesmal wenn ich Leute und Hunde anbelle, die viel zu dicht an uns vorbeigehen, sagen die ich soll ruhig sein. Und 300 m sind ja wohl viiiiel zu dicht !!

Frei laufen darf ich nur, wenn eigentlich gar nichts los ist, in den wirklich gefährlichen Situationen (Campingplatz, Stadt, andere Leute und Hunde in der Nähe) muss ich immer an der Leine gehen. Wie soll ich denn so meine Herde beschützen? Abends bin ich dann immer ziemlich geschafft von der vielen Arbeit und nach dem Abendessen ist dann auch Feierabend. Da kann ums Auto rum schleichen wer will, mir doch egal, soll sich jemand anders drum kümmern. 

Alles in allem geht‘s mir aber ganz gut bei den beiden. Ich bin viel draußen und kann während der Fahrt im Führerhaus super schlafen. Die sind nett zu mir, streicheln mich, geben mir super leckeres Essen (auch wenn ich das immer apportieren muss…), pflegen mein Fell und lassen mich im großen und ganzen in Ruhe meinen Job machen. Von den Erziehungsversuchen mal abgesehen ist es echt gut da. Das meiste was die wollen, mache ich ja. In der Regel komme ich wenn sie rufen, schleppe weggeworfene Bälle wieder an und mache anderes überflüssiges Zeug. Die freuen sich dann und ich kriege Leckerlis.

Irgendwann habe ich sie aber soweit, dass sie aufgeben. Dann kann ich an der Leine ziehen, aufstehen wann ich will, auf meine Decke, wenn ich das für richtig halte, anbellen wen ich möchte und eben meine Mission in Ruhe erfüllen. 

In diesem Sinne, ich halte euch auf dem Laufenden. 

Anm. der Herde: der Lockdown treibt seltsame Blüten, wir haben langsam Lagerkoller…

Eigentlich wollten wir jetzt wieder unterwegs sein, auf Grund der immer noch aktuellen Bewegungseinschränkungen stehen wir aber immer noch auf dem Agricampeggio Alessandra-und das auch wahrscheinlich noch für mindestens 3-4 Wochen…

Wir hatten die Wahl: Entweder hier bleiben, nach Heidenheim zurück oder verbotenerweise weiter über Sizilien fahren. Nach Hause zieht es uns immer noch nicht und auf evtl. geschlossene Stellplätze oder Diskussionen mit den hiesigen Ordnungshütern hatten wir auch keine Lust. 

Hier wissen wir, was wir haben, der Platz ist OK, die Umgebung auch, trotzdem fängt es an langweilig zu werden. 

Das Highlight in den letzten Wochen war eine Fahrt mit Ingo in den Supermarkt ins 10 Km entfernte Sant‘Agata di Militello, verbunden mit einem Tankstellenbesuch 😉. Auch der braucht seine Zeit, denn bezahlt wird per Karte am Automat. ABER: Jeder Tankvorgang ist auf 99,-€ limitiert, das hieß bei unserem Tankvolumen von 500 l heute 4 einzelne Tankvorgänge mit Karte, PIN usw. Aber wir haben ja Zeit und Muße, wollen aber andererseits mit vollen Tanks hier stehen. Übrigens sind AdBlue-Zapfsäulen auf Sizilien so rar wie Vollkornbrot. 🤷🏻‍♀️

Ansonsten haben wir uns mit der Herstellung von Hundeleckerlies beschäftigt. Luis Lieblingswurst ist hier nicht zu bekommen, also musste adäquater fleischhaltiger Ersatz her. Das Ergebnis waren Hackbällchen mit Zucchini, Karotten und Hüttenkäse. Für ihn die ungewürzte Version, der Rest wurde etwas verfeinert und hat uns beiden ein hervorragendes Abendessen gesichert 🙂. Lui liebt die Dinger auf jeden Fall, wir werden also künftig öfter Hundefrikadellen zubereiten. 

Aber wir haben von Leuten gehört, die im Lockdown Maultaschen selber machen, dagegen sind Hackbällchen harmlos (viele Grüße nach München 👍) !

Stunden gingen für die Inbetriebnahme unseres neuen Wifi-Verstärkers drauf. Nach diversen Versuchen, das Ding mit dem hiesigen Wlan zu verbinden und einer 1-stündigen (leider erfolglosen) Telefonkonferenz mit meinem Neffen (Danke Frederick!) waren wir kurz davor, das Teil wieder zurück zu schicken. Nachdem wir das Ganze dann mal mit unserem eigenen mobilen Router verbunden haben, was problemlos funktionierte, war der Verdacht der „Fachleute“ bestätigt: es liegt am Router des Campingplatzes, der solche Geräte blockiert (Danke an Tom und nochmals an Frederick), wir lernen dazu. Wir werden unseren Wavlink also behalten und künftig auf simples Wifi ohne Einschränkungen hoffen. 

Das Wetter wird langsam etwas kühler und unbeständiger, aber immer noch gut auszuhalten. Tagsüber haben wir im Schnitt um die 18° im Schatten, die Abende werden immer kühler, ab und zu gibt es kurze Regenschauer, die Nächte sind mit ca. 10° relativ kalt und mittlerweile geht selbst Uwe nicht mehr im Meer baden. Außerdem ist die Brandung und damit die dann vorhandene Unterströmung zu gefährlich. Der Strand wird schmaler, wenn man zu langsam ist bekommt man schnell mal nasse Füße…?

Von der momentan kritischen Lage in Italien bekommen wir nicht viel mit, wir sitzen ein bisschen auf der Insel der Glückseligen. Italienische Nachrichten verstehen wir nicht, in den deutschen Medien bekommt man keine Details, unsere Sozialkontakte beschränken sich hauptsächlich auf die „Nachbarn“ und wenn nicht jeder auf der Straße eine Maske tragen würde, könnte man meinen, alles ist normal…

Das war das kurze update von uns, mehr gibt es nicht zu berichten-es passiert einfach nichts…

Der Plan war ja eigentlich bis 20.11. auf dem Agricampeggio Alessandra zu bleiben und dann weiter zu ziehen, um uns die Insel anzusehen. Momentan sieht es ganz danach aus, als ob unser Aufenthalt hier sich etwas verlängert.

Italien ist mittlerweile in 4 Coronazonen eingeteilt: grün (gibt es nicht…), gelb, orange (dazu gehört Sizilien) und rot. Orange bedeutet, wir dürfen uns bewegen, allerdings nur innerhalb der „Commune“, also des Ortsgebietes. Nach ganz kurzer Überlegung haben wir uns entschlossen, das Ganze hier erstmal auszusitzen, eine mögliche Rückkehr nach Heidenheim war für uns keine Option. Auf dem Platz hier stimmt die Infrastruktur, wir haben wenig Sozialkontakte (und die nur draußen und mit Abstand), das Wetter ist schön, der Strand nah, Lui kann sich frei bewegen und Einkaufsmöglichkeiten sind im nächsten Ort vorhanden. Mal sehen, vielleicht können wir Sizilien noch umrunden, wenn sich die Lage wieder etwas entspannt hat-momentan fühlen wir uns hier wohl und sicher.

Einen Tag vor dem Lockdown sind wir nochmal mit den Fahrrädern ins ca 10 km entfernte Sant‘Agata di Militello zum Einkaufen gefahren. Dort ist einer der wenigen „Eurospin“ weit und breit, ein relativ großer Discountsupermarkt. Als wir ankamen bestand die Schlange vor dem Eingang aus 6 Leuten, als wir wieder draußen waren standen die Menschen über den halben Parkplatz an. Wir waren nicht die einzigen die den letzten Tag mit freier Bewegungsmöglichkeit dazu genutzt haben die Vorräte aufzufüllen…

Unsere Tage hier sehen eigentlich alle gleich aus-typischer Standurlaub 😉. Erste Hunderunde gegen 7.30, spät frühstücken, gegen frühen Nachmittag mit Lui am Strand spazieren gehen, von Zeit zu Zeit mal Wäsche waschen, putzen und einkaufen. Uwe geht ab und zu ins Meer und ansonsten gammeln wir bei strahlendem Sonnenschein eigentlich nur rum 😎. Die Tage sind warm, die Abende kalt, Regentage extrem selten – perfektes Überwinterungswetter.

Ansonsten beschäftigen wir die italienische Post mit der Auslieferung unserer diversen Bestellungen. Kaffeemühle, Wifi-Verstärker (Danke an Philip für die Weiterleitung und die Beigabe von Mon Cherie und Eszet-Schnitten 👍), unterwegs verloren gegangene Aschenbecher und Falteimer, Hundefutter etc.

Zwischendurch stand Christian mit seinem zum Camper / Shirtmobil umgebauten Rettungswagen auf dem Campingplatz und hat Uwe ein T-Shirt mit unserem Logo bedruckt. Klasse geworden-vielen Dank dafür ! 👍

Meinen Geburtstag habe ich das erste Mal im Süden verbracht und es sehr genossen, den Morgenkaffee in kurzer Hose und T-Shirt draußen zu mir zu nehmen und einen herrlichen Nachmittag am Stand zu verbringen.

Uwe hat mir unter erschwerten Bedingungen einen Birnen-Walnuß-Schoko-Crumble gebacken. In sämtlichen Supermärkten waren keine gemahlenen Mandeln zu bekommen. Kokosflocken und Pistazienmehl en masse, aber Mandeln nur als Ganzes. In Ermangelung einer Mühle wurden die Mandeln mit dem Hammer zu Mehl verarbeitet – hat super funktioniert und das Ergebnis war total lecker !!! Vielen Dank für die Mühe und den schönen Tag 😘.

Mal sehen was die nächste Zeit so bringt. Wie gesagt, momentan fühlen wir uns hier gut aufgehoben, genießen die reisefreie Zeit, freuen uns aber auch auf die Weiterfahrt und den Rest von Sizilien.

Die Tage in Palmi waren entspannt. Das Wetter durchwachsen, aber gut genug für ein paar Strandspaziergänge. Ansonsten beschäftigten wir uns mit der Suche nach unserem ersten Langzeitquartier auf Sizilien – und wurden fündig. 

Am 20.10. kauften wir ein Fährticket für LKW mit LKW Preis… Die Aussage war: Camper über 9,00 m Länge können nicht als WoMo mitfahren, sondern müssen den gewerblichen Tarif zahlen. Das Ganze hat dann ca. € 100,00 mehr gekostet-auf der Rückfahrt wird Ingo 20 cm kürzer sein 😉.

Vom Hafen bei Messina auf Sizilien ging es ca. 80 km weit an der Nordküste zu unserem auserkorenen Campingplatz. Nach einer Probenacht bei „Agricampeggio Alessandra“ in Torrenova entschlossen wir uns, hier einen Monat zu bleiben. 

Eine sehr gepflegte, relativ neue Anlage, ca. 90 qm große Parzellen mit Wasser, Strom und Grauwasserentsorgung am Stellplatz. 200 m zum Strand, mit dem Fahrrad 5 Minuten in den Ort, funktionierendes Wifi 👍und insgesamt nur 23 Stellplätze.

Nachdem wir uns nach der zweiten Nacht noch einmal umgestellt haben (ein Platz in der hinteren Reihe wurde frei), sind wir nun noch etwas mehr ab vom Schuss, dichter am Strand und am Sonnenuntergang und freuen uns jetzt auf den Monat hier.

Mit einer „festen Adresse“ konnten wir auch Luis Futter, einen Wifi-Verstärker und andere Kleinigkeiten bestellen. 

Erste Reparaturarbeiten wurden erledigt (das Wasser in der Küchenspüle lief nicht ab 🤥), Lui arrangiert sich mit diversen Hunden hier und wir erkunden langsam die Umgebung. 

Die nächsten Wochen werden hier auf unserer Homepage wahrscheinlich etwas ruhiger – wir genießen den sizilianischen Herbst bei ca. 20° und strahlendem Sonnenschein.

Auf jeden Fall wollten wir uns bei euch einmal für eure Kommentare, euer Feedback auf anderen Kanälen und euer Interesse bedanken ! Schön dass ihr alle „dabei seid“ 👍😃.

Auch unsere letzte Nacht in den Bergen war extrem windig. Nach Gran Sasso dachten wir eigentlich der Sturm wäre nicht mehr zu toppen, in Aremonga gingen durch Ingos Geschaukel nachts sogar die Schubladen auf… Kein schönes Gefühl, irgendwie schon ziemlich beunruhigend,  und so waren wir froh am nächsten Morgen in Richtung Adria zu fahren. 

Das Ziel war der Campingplatz Villagio la Torre bei Petacciato, direkt am Meer. Nach einer sportlichen Zufahrt (👍 Uwe) über den sehr engen terrassenförmigen Platz standen wir leicht erhöht direkt am Strand. Lt. Betreiber Strom „no problemo“, allein die Kabelverbindung unsres intakten Kabels ohne große Verbraucher ließ die Sicherungen fliegen. 🤔 Also Solarzellenenergie, ist eh umweltfreundlicher. 

Uwe hat sich gefreut, nach Jahrzehnten mal wieder im Mittelmeer zu baden, Lui fand das Meer immer noch komisch und mir ging es wie immer-ich kann mit Wasser einfach nichts anfangen…😳. Trotzdem ein netter Platz mit entspannten Betreibern und als Zwischenstop Richtung Gargano (der „Sporn“) auf jeden Fall OK. 

Die nächste Station war ein Campingplatz bei Peschici kurz vor Vieste.

Das erwähnenswerteste hier waren die Anfahrt und das Einparken auf dem Platz. Unser Navi hat uns und gleichzeitig drei andere WoMos auf eine völlig falsche Fährte gelockt. Wir sollten in einem nahe am Ziel gelegenen Bergdorf in eine für LkW und Camper gesperrte Straße fahren. Die drei anderen kamen da relativ schnell wieder raus, wir waren gar nicht erst reingefahren. Von der Alternativroute riet uns wild gestikulierend eine nette Italienerin ab. Am Ende half uns ein freundlicher Carabinieri mit einer für uns fahrbaren Wegbeschreibung. Mal wieder äußerst enge Serpentinenstraßen, auf denen uns aber auch ein LkW mit 3-achsigem Anhänger entgegenkam-also alles nicht so schlimm…🤓. Immer wieder stellen wir fest, dass italienische Autofahrer äußerst zuvorkommend fahren, wenn es eng wird, wird für unseren Ingo nahezu immer nett der Weg frei gemacht. Danke! 😀

Endlich am Platz angekommen ging es aber erst richtig los mit dem Fahrvermögen-Test. Mit der engste Stellplatz, den wir bisher hatten: schmale Wege, viele viele Bäume und ein schlafender Camper, die sich auch nicht davon stören ließen, dass wir 2 cm an seinem Kopf vorbei fuhren.  (viele Grüße an Ika und Günter ✌️). Wäre der Platzwart nicht gewesen, der Uwe trotz Sprachbarrieren erstklassig eingewiesen hat, hätten wir, glaube ich, aufgegeben. Ich wäre auch, im Gegensatz zu ihm sicher nicht auf einen Baum geklettert, um ein paar Äste aus dem Weg zu räumen… 

Der Platz selbst war OK, mehr aber auch nicht. Direkt am Meer mit schönem Blick auf Peschici blieben wir hier zwei Tage, von denen der 2. ziemlich verregnet war. Mal wieder ein Wasch- und Putztag. 

Die weitere Strecke führte uns durch den Parco nazionale del Gargano. Eine schöne Route durch endlose Laubwälder, Olivenhaine und teilweise freie Blicke in die Meeresbuchten. 

Der erste angesteuerte Campinplatz war uns nach den letzten Erfahrungen zu eng, also weiter ca. 7 Km hinter Manfredonia zum Lido Salpi. Ein schön angelegter Platz mit einem schwäbischen Platzwart aus der Nähe von Neu-Ulm. Ellenlange Sandstrände rechts und links – Freilaufzonen für Lui. Er findet Strand mittlerweile richtig gut, hält sich vom Meer aber komplett fern (ganz die „Chefin“ 😎). 

Wir haben uns mittlerweile entschlossen zu versuchen, den Winter auf Sizilien zu verbringen. Der Weg führt also südwärts, zunächst in die Nähe von Andria nach Castel del Monte. Die Burg mit ihren acht Türmen wurde um 1240 erbaut, wahrscheinlich nie fertig gestellt und gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Über ihre ursprüngliche Funktion wird bis heute gerätselt. 

Unesren ersten Stellplatz zu Füßen der Burg haben wir nach ein paar Stunden wieder geräumt, die Überzahl der auf Ingo (und das angrenzende Restaurant) aufpassenden Hunde war einfach zu groß. Tagsüber zwar sehr entspannt, waren wir uns nicht sicher, was die vier Haushüter abends und nachts machen, v.a. weil Lui unseren Begleitschutz gar nicht lustig fand…

Ein paar hundert Meter weiter standen wir schließlich neben einem sehr gut besuchten Restaurant mit schöner Terrasse, haben uns erst einmal einen Aperitif genehmigt und trotz überquellendem Parkplatz, der sich nachts wieder geleert hat, gut geschlafen. 

Die Planung der weiteren Route war etwas schwierig, die Stellplätze im Landesinneren sind dünn gesät, wir werden uns also eher wieder Richtung Küste orientieren. 

Zunächst ging es aber weiter nach Tricarico in der Region Basilikata. Durch endlose Ackerlandschaften, extrem dünn besiedelt, ohne Tankstellen oder sonstige Infrastruktur landeten wir schließlich auf dem Agricampeggio San Tereza.

Sehr herzlich aufgenommen von Pino, incl. Versorgung mit eigenen Weintrauben und selbst gemachtem Olivenöl, verbrachten wir hier einen entspannten Nachmittag und eine ruhige Nacht. Das einzig nervige war eine kleine Katze, die wirklich sehr hartnäckig um uns herum schlich, in einer Tour miaute, ständig auf den Treppenstufen lag und schließlich auch noch in Ingos Motorraum verschwand. Und es war nicht so, dass es ihr schlecht ging, sie war gut genährt, sah gesund aus und gehörte offensichtlich zum Hof. 

Die nächste Etappe führte 150 Km weiter in den Süden zum Lago Sirino. Auf der Fahrt hierher haben wir ein Biotop auf der rechten Fahrspur der Autobahn gesehen (eine mit Gras und kleinen Büschen zugewachsene Baustelle…) und die Straßen im mit Abstand schlechtesten Zustand bisher erlebt. Asphaltabsenkungen in beeindruckender Tiefe von ca. 30-50cm und das mal wieder auf engen Bergstraßen. 

Das Ziel war ein kostenloser städtischer Stellplatz, nett gelegen in Seenähe und umgeben von Bergen mitten im Wander- und Skigebiet. 

Wieder am Meer, etwas südlich von Scalea, standen wir auf dem Sosta Camper „Lido Zio Tom“. Onkel Tom, der eigentlich Francesco heißt, hat uns nett empfangen, der Platz lag mal wieder direkt am Meer und am um diese Jahreszeit menschenleeren Strand. Das Positivste hier war zur Abwechslung mal wirklich funktionierendes WiFi, ansonsten ein eher einfacher und in die Jahre gekommener Platz.

Den als nächstes angedachten Stellplatz bei Falerna haben wir ohne Halt in verlangsamter Fahrt passiert. Er war von der Straße so gut einsehbar, dass wir auch aus Ingo heraus erkannt haben: Das ist nicht unser Ding!

Ein Stellplatznachbar am Lago Sirino hatte uns aber einen Campingplatz ca. 90 km weiter südlich empfohlen, den wir dann angesteuert haben. Durch das landschaftlich sehr schöne Kalabrien landeten wir schließlich auf dem Camping Mimosa bei San Fernandino. Die Fahrt war interessant. Teilweise an der Küste durch Touristenorte, z.T. über die Berge durch kleinere Städte. Was in dieser Gegend aber immer auffällt, sind sehr viele leerstehende und /oder verfallene Gebäude. Sowohl Gewerbe- als auch Wohnungsbau sind teilweise in einem desolaten Zustand. Was das Ganze aber noch deprimierender macht, ist der viele Müll, der auf jedem Parkplatz, an vielen Straßenrändern und auch am Strand herumliegt sowie die Straßenhunde, die das Bild noch abrunden.

Nachdem wir unter einer Brücke durchgefahren waren, bei es der nicht mehr viel Luft nach oben gab (das erste Mal mit aussteigen und gucken ob es passt…), waren die letzten km zum Campingplatz teilweise so uneinladend vermüllt, dass wir uns nicht vorstellen konnten, noch auf einem schönen Platz zu landen. Der „Mimosa“ war dann aber ganz nett, eine saubere Insel sozusagen. Von ehemals zu vermietenden Wohnwagen geprägt, Orangenbäume an vielen Stellen, komplett eingezäunt (abends zu… 😳) und ruhig direkt am Stand gelegen. 

Wir blieben zwei Nächte, nutzten das funktionierende WiFi, um uns über die Fährverbindungen nach Sizilien schlau zu machen und die Einreiseformalitäten zu erledigen. 

Sizilien verlangt momentan eine ausgefüllte und ausgedruckte Selbstauskunft und eine online- Registrierung auf „SiciliaSicura“ mindestens drei Tage vor Einreise. Für die Fähre müssen wir den Fahrplan, und die höheren Preise für das Transportgewerbe nutzen, Ingo ist um 20 cm zu lang für den normalen Tarif. 🤥.

Unsere letzten drei Tage vor dem Übersetzen zu unserem Winterquartier werden wir wohl auf dem Area Camper Prajola in Palmi verbringen. Die Stellplätze an diesem Küstenabschnitt sind dünn gesät bzw. geschlossen und so ist die Auswahl nicht besonders groß. Der Platz ist klein, einfach, aber OK. Die Betreiber sind super nett und die sehr schlichten Sanitäranlagen werden wir wohl nicht nutzen.

Auf jeden Fall Zeit genug, um mal wieder technischen Service an Ingo durchzuführen, den Kühlschrank abzutauen und ein paar persönliche Pflegestunden einzulegen 😉.

Das Wetter am nächsten Morgen in Pomeranca war deutlich besser als am Vortag, so dass wir erst einmal einen Waldspaziergang unternahmen, bei dem wir unversehens auf einen Aussichtspunkt mit kleinem Amphitheater stießen. Freie Sicht auf toskanische Landschaften und einen riesigen Greifvogel (Adler ?).

Nachmittags war Putzen und technischer Service angesagt. Uwe hat u.a. Ingos Bremsendruckkessel und den Vorabscheider in der Luftansaugung entwässert 🤔🤷🏻‍♀️. 

Unsere zweite Nacht hier war unruhig. Sturm und sintflutartige Regenfälle, die sich auf Ingos Dach noch dramatischer anhörten. 

Das Ziel für den folgenden Tag lag Richtung Küste – die 5 Km lange Zypressen-Allee bei Bolgheri, die längste der Toskana. Bestimmt sehr sehenswert, nur leider gesperrt für Fahrzeuge über 6,5 t🤥. Die nicht anzusteuernden Ziele häufen sich…

Unseren in der Nähe liegenden Stellplatz fast direkt am Meer in Castagneto-Carducci erreichten wir noch im trockenen und bei relativer Windstille. Die Area Sosta war allerdings schon zu einem Drittel überflutet, der Wind nahm stetig zu und wuchs sich zu einem handfesten Orkan aus. 

Das Meer hatte beeindruckenden Wellengang und wir hatten Mühe, uns am Strand auf den Beinen zu halten. Die Nacht war unruhig und das Gefühl im schwankenden Ingo nicht besonders gut.

Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter beruhigt und Lui konnte das erste Mal in seinem Leben an den Strand. Das Ganze war ihm ein bisschen unheimlich, Wasser, das auf einen zukommt und komisch schmeckt… Den Sand fand er aber super, fast so gut wie Schnee 😃.

Damit war der Abstecher an die Küste auch schon wieder vorbei, es ging zurück ins Landesinnere. 

Das zunächst über Agricamper angesteuerte Landgut entpuppte sich als ziemlich zugemülltes Grundstück mitten in einem kleinen Ort zwischen Siena und Grosseto. Hier wollten wir nicht bleiben und fuhren ein Stück weiter südlich nach Roccastrada auf den Parkplatz eines Restaurants (gefunden über „park4night“). Zwar direkt an der Straße gelegen, aber (mal wieder…) mit einem tollen Blick über Olivenhaine und die Hügel der Toskana. Das Essen abends war der Hammer und mit das Beste, was wir in Italien bisher hatten. Wir haben es uns u.a. mit Wildschweingulasch, Roast Beef und Tiramisu gut gehen lassen und haben nach leckerem vino de la casa auch gut geschlafen 😉.

Die Wettervorhersage für den folgenden Tag war eine Katastrophe, starke Regenfälle den ganzen Tag und das landesweit. Für die Route nach Umbrien wählten wir daher die harmlosere Variante über Staatsstraßen und kamen im strömenden Regen am Lago Trasimeno an. Ein ca. 120 km2 großer See mit drei Inseln westlich von Perugia. Unser Stellplatz, eine kommunale Camper Area, lag direkt am Ufer und bot am nächsten Tag einen schönen Blick über den See. 

Das nächste Ziel hatte ich ausgesucht. Ich wollte gerne noch einmal nach Orvieto, dort war ich vor einigen Jahren schon einmal und wollte wieder gern dorthin.

Unser Stellplatz lag verkehrsgünstig – neben der Autobahn und der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, auf der die Züge im 10 Minuten Takt vorbei donnerten… Aber auch direkt neben der Funicolare, der Standseilbahn hoch in die Altstadt. 

Meine Erinnerung hatte mich nicht getäuscht, die Stadt ist toll ! Errichtet auf einem Felsplateau aus Tuffstein, mit engen Gässchen, einem schönen Dom, tollen Blicken von der Stadtmauer (u.a. auf Ingo 😉) und v.a. total leer. Wir hatten einen schönen Nachmittag und für die Nacht mal wieder Oropax.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Collestatte Piano bei Terni. Endlich mal wieder ein Stellplatz nach Luis Geschmack. Direkt an einer großen Wiese, neben einem Naturpark mit den „Cascata delle Marmore“ (künstliche 165m hohe Wasserfälle, Baubeginn in der Römerzeit) und v.a. angrenzend an ein großes Waldgebiet.

Unsere Wanderung durch den Wald wurde allerdings unversehens gestoppt, der Weg war blockiert durch umgefallene Bäume und Felsbrocken.

Nachdem wir hier noch eine Nacht verlängerten, hatten wir am nächsten Tag mit unserer Wanderung mehr Glück. Den Wasserfällen kamen wir zwar auch nicht näher, wurden aber mit schönen Aussichten über die Landschaft belohnt. Alles was in Sichtweite der Cascata ist, kostet Eintritt, den wir uns gespart haben, zumal das Wasser nur drei Mal am Tag für ca. 30 Min herabstürzt.

Die Bezahlung des Stellplatzes gestaltete sich schwierig. Der Automat wollte die Parkkarte nicht und das Büro machte eine Stunde zu spät, erst um 11.00 auf. Da dort auch die Eintrittskarten für die Wasserfälle verkauft werden, war die Schlange 50 m lang. Nachdem um 12.00 Uhr die Bezahlung erledigt war, machten wir uns auf den Weg Richtung Gran Sasso, einem Gebirgsmassiv im Osten Italiens. Die Strecke war super: schöne kurvige Straßen in top Zustand, durch enge Täler mit tollen Ausblicken. 

Das Ziel, der Stellplatz „Selvarotonda di Cittareale“, entpuppte sich als Parkplatz eines (stillgelegten ?) Skiliftes am Ende einer Gebirgsstraße weit außerhalb in den Bergen. Hier standen wir in 1.583 m Höhe und 8°C ganz alleine in himmlischer Ruhe und einem Traum-Panorama. Die einzige Gesellschaft waren Herden von Pferden und Kühen.

Lui hat sich ausgetobt und ist erschöpft über seinem Kaustick eingeschlafen 😴.

Die Route für den nächsten Tag führte mal wieder über schmale Bergstraßen in den Nationalpark Gran Sasso in den Abruzzen zum Campo Imparatore, einer Hochebene, die in weiten Teilen irgendwie an den Mond erinnert.

Eine wahnsinns Landschaft, das schrägste aber sind zwei Metzgereien mitten im Nichts. Dort kauft man das Nationalgericht Arrosticini, Schaffleisch am Spieß, geht damit nach draußen, wo diverse Grills unter Feuer sind und bereitet sich sein Essen zu. Sitzen kann man an Holztischen mit integriertem Windschutz. Wirklich skurril das Ganze, aber auch sehr lecker ! Theoretisch kann man auch auf den Parkplätzen dahinter campen, war uns aber zu voll, wir sind ca. 1,5 Km weiter auf einen WoMo Parkplatz gefahren, auf dem wir nahezu alleine standen. 

Nach einer stürmischen Nacht hatte ich das Bedürfnis nach ein bisschen Luxus, der ins Auge gefasste 5* Campingplatz am Meer war aber leider voll… Also ab nach L’Aquila, der nächstgelegenen Stadt, zum Ver-und Entsorgen und Kühlschrank füllen und wieder zurück in die Berge. Diesmal entschieden wir uns für einen nicht offiziellen Stellplatz abseits der Straße (Ingo kann ja Schotter 😉) vor einem tollen Panorama – wenn die durchziehenden Nebelbänke den Blick freigaben. Es war immer noch sehr stürmisch und auch nicht besonders warm, aber die Landschaft hat uns beide so fasziniert, dass wir uns zu dieser zweiten Nacht hier entschlossen. 

Es wurde immer windiger, der Gipfel mit dem Observatorium des Campo Imperatore verschwand im Nebel-und bald auch wir… Irgendwann fing es dann auch noch an zu regnen und der Wind wuchs sich zu einem handfesten Sturm aus. Die Nacht war ungemütlich! Ingo bewegte sich wie auf hoher See, der Sturm pfiff um das Auto und wir waren froh, dass in der Nähe keine Bäume standen. Der nächste Morgen war zumindest trocken, aber immer noch neblig, windig und v.a. kalt 🥶 .

Wir verließen diese nun unwirtliche Gegend und fuhren weiter Richtung Süden in das Skigebiet um Roccaraso, immer noch in den Abruzzen. Die Strecke war mal wieder sehr kurvig, extrem eng (mit weniger Ausweichbuchten als auf schottischen single trails…), aber durch tolle Landschaften mit abwechslungsreicher Vegetation und malerischen Bergdörfern.  

Unser neuer Stellplatz lag unterhalb der Lifte und Hotelburgen in Aremonga, in die andere Richtung hatten wir aber freien Blick und Zugang in die Berge. Eine Schafherde incl. Herdenschutzhunden zog direkt an Ingo vorbei, herrliche Ruhe, für Lui das Paradies und für uns Erholung nach der letzten Nacht-dachten wir…

Je später der Abend, desto mehr nahm der Wind zu. Es wird also wohl wieder eine laute und  wackelige Nacht werden-vielleicht wird es morgen an der Küste besser. Es geht an die Adria. 

Seit wir Deutschland verlassen haben, hatten wir immer wieder Probleme mit der Newsletter-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen.

D.h. für ungefähr die letzten drei Artikel wurde keine Info an unsere Abonnenten verschickt. Unser „Systemadministrator“ hat das Problem jetzt behoben (Danke Basti 👍), falls es euch also interessiert, geht einfach auf die Homepage und schaut euch unsere letzten Wochen an. 

Mittlerweile sind wir in Umbrien, uns geht es gut und demnächst kommt wieder ein ausführlicherer Bericht. 

Bis bald 👋

Der Campingplatz in Venedig war nicht der schönste, direkt neben einem Parkplatz und ziemlich voll, lag aber super günstig und grenzte an den größten zusammenhängenden Stadtpark Europas. 500 m fußläufig zur Fähre in die Altstadt mit einer Fahrtzeit von nur 20 Minuten war die Lage für diesen Städtetrip perfekt. Lui musste im klimatisierten Ingo heute zu Haus bleiben, die Stadt wollten wir ihm nicht antun…

Der Tag war toll ! Wir hatten zwar nicht besonders viel Zeit (zu lange wollten wir unseren sardischen Prinzen nicht alleine lassen), aber der Spaziergang quer durch die Stadt vom Fähranleger, vorbei an der Rialtobrücke bis zum Markusplatz und zurück war mehr als beeindruckend. Die Stadt mit ihrem morbiden Charme hat einfach was-zumal sie herrlich leer war. Der Markusplatz wirkte fast wie ausgestorben und man konnte sich überall, auch in den schmalen Gassen, ohne Gedränge bewegen. Der Stop hier hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir haben die paar Stunden beide sehr genossen. 

Weiter Richtung Süden landeten wir wieder im Landesinneren, in Castelguglielmo bei Ferrara. 

Die „Area Sosta Camper“ der Gemeinde war nicht besonders hübsch, aber sauber, mit Strom und Wasser direkt am Stellplatz und Dumpingstation – und das alles kostenlos. Diese kommunalen Stellplätze finden wir seit Südtirol relativ viel, immer für € 0,00 bis € 10,00 pro Nacht. Ein tolles Angebot der Gemeinden, das auch gut angenommen wird, wir standen noch nie alleine.

Wie so häufig in letzter Zeit wurden wir sehr früh geweckt durch Hundegebell, knatternde Vespas, Leerung der Glascontainer und im Morgengrauen aufbrechende Mitcamper. An der Fähigkeit, das alles zu überhören, müssen wir noch arbeiten… 🥱

Am nächsten Tag ging es weiter nach Montale bei Maranello, der Ferrari und Ducati Stadt. Die Besichtigung der jeweiligen Museen sparten wir uns. 😉. Die Ducati wurde verkauft, bei Ferrari gab es kein geländegängiges Weltreisemobil 🤔. Was auf jeden Fall bemerkenswert war, war die Sportwagendichte auf den Straßen.

Nach einem kleinen Umweg zum Shoppingcenter in Modena zum Lebensmitteleinkauf im gigantischen „Iper Coop“ landeten wir schließlich im Camper Club Mutina. Der zunächst angesteuerte kommunale Platz gefiel uns gar nicht, weswegen wir auf der Hacke umgedrehten und hierher gefahren sind. Hinter der nicht besonders einladenden Einfahrt eröffnete sich dann ein ganz hübscher Platz mit perfekter Infrastruktur. Zunächst noch ziemlich leer, setzte abends das „WoMo-Reisebus-Treffen“ ein… Umgeben von drei dieser 9-Meter-Schiffe haben wir eine ruhige Nacht verbracht und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Sasso Marconi, einer netten kleinen Stadt in der immer hügeliger werdenden Emilia Romagna.

Das letzte Wegstück bis zu unserem Stellplatz war grün, sehr grün… 😳. Ein schmales Sträßchen mit ganz vielen, sehr tief hängenden Bäumen. Entsprechend sah Ingos Dach nach der Ankunft aus. 

Aber wie schon so häufig, der Stellplatz entschädigte für die nicht ganz so optimale Anfahrt. Das „Cá Vecchia“, ein Hotel mit Restaurant und Camping Area, liegt wunderschön in einem parkähnlichen Garten abseits des Ortes und eigentlich sehr ruhig-wenn das Rauschen der naheliegenden Autobahn nicht wäre, aber irgendwas ist ja immer 😉.

Wir verbrachten hier zwei schöne Tage, ich war beim Friseur (endlich !!!), Uwe währenddessen mal wieder im Waschsalon und wir hatten ein tolles 3-Gänge Menü mit gutem Vino de la casa im Restaurant am Stellplatz. 

Eigentlich war als nächstes Ziel ein Biohof mit Pecorino-Herstellung geplant. Als wir dort ankamen war allerdings kein Mensch zu sehen, was aber nicht schlimm war, soooo gut gefiel es uns dort sowieso nicht…

Wir entschlossen uns weiter nach Süden nach Barga zu fahren. Irgendwie hätten wir uns aber die Route auf dem Navi etwas besser ansehen sollen, dann wäre uns aufgefallen dass es über den Passo delle Radici geht. Ein wenig befahrener Gebirgspass durch das Apennin (1.530 m), der die Verbindung zwischen der Emila Romagna und der Toskana bildet. Sehr schöne Landschaft, aber schmal, enge Kurven und gefühlt endlos… Uwe ist, wie eigentlich immer, die ganze Strecke gefahren, was diesmal wirklich Arbeit war. Danke dafür !🥰

Als wir dann nach insgesamt 5 Sunden Fahrt in Barga ankamen, mussten wir leider feststellen dass wir keine Chance hatten, zu dem Weingut zu kommen, an dem wir eigentlich übernachten wollten. Ingo war mal wieder zu groß. Gelandet sind wir dann auf dem nicht wirklich schönen städtischen Stellplatz, der sich immer mehr mit PKWs füllte, es war Samstag Abend und der Parkplatz lag günstig zur Altstadt 😳. Von den nachts wieder wegfahrenden Autos haben wir beide nichts mitbekommen, Uwe hat nach der anstrengenden Fahrt geschlafen wie ein Stein und ich hatte Oropax…

Die Etappe am nächsten Morgen war harmlos, ca. 1 Stunde Fahrt nach Larciano nordwestlich von Florenz. Das Ziel war das Agritourismo Poggetto, das wir eigentlich gar nicht hätten erreichen können-alle Zufahrtswege waren gesperrt ab 7,5 t 🤫. Ein wunderschönes, abseits gelegenes und sehr gepflegtes Anwesen mit einem tollem Blick über das Tal auf Berge und den nächstgelegenen Ort. 

Nachdem wir mit tatkräftiger Unterstützung des mindestens 70-jährigen Familienoberhaupts ver-und entsorgt hatten, fuhren wir auf Grund eines Tipps unserer Gastgeber von hier nach Castellina in Chianti. Ein süßes kleines Dorf auf einem Hügel, umgeben von einer toskanischen Bilderbuchlandschaft. Nach einem Stadtbummel, dem ersten Eis in Italien und einem Aperitif in einer schönen Bodega ging es zurück zum städtischen Stellplatz. Nicht besonders schön, aber zentral gelegen und direkt neben einem beeindruckendem etruskischem Grabhügel.

Von hier aus sollte es eigentlich weitergehen zu einer Besichtigungstour nach San Gimignano. Leider war Ingo aber viel zu groß, um ihn in akzeptabler Entfernung abzustellen, alle Parkplätze sind nur für PKW und den Busparkplatz für € 60,00/Tag wollten wir nicht nutzen… Die Stadt ist aber auch aus der Entfernung schön 😉

Weiter ging es nach Pomaranca zu unserem nächsten Stellplatz. Wie immer über holprige und enge Landstraßen, aber mit fantastischen Blicken über die Landschaft der Toskana.

Die Area Sosta Camper, wieder ein städtischer Platz, war vom Feinsten ! Tolle Lage am Ortsrand mit einem super Blick, 1a Sanitäranlagen, WLAN und ein Waschsalon in unmittelbarer Nähe 🙂. Das einzig nicht ganz so schöne war das Wetter. Die ganzen letzten Tage waren schon ziemlich unbeständig und das setzte sich hier mit Regen und Gewitter fort. Da es morgen aber zumindest tagsüber gut sein soll, werden wir hier eine Nacht dranhängen und zu Fuß die Umgebung erkunden.

2 Monate, 3 Wochen und 4 Tage waren wir in Deutschland unterwegs.

Unsere Grob-Route durch Deutschland

© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Frankfurt am Main. Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.“ 

Eigentlich wollten wir jetzt schon in Spanien gewesen und auf dem Weg nach Marokko in Portugal unterwegs sein. Corona hat uns wie so vielen anderen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir sind erst später als ursprünglich geplant gestartet und von unserer angedachten Reiseroute komplett abgewichen.

Trotzdem war es eine tolle Zeit. Wir konnten uns noch von ganz vielen lieben Menschen verabschieden, waren in Ecken unseres Landes, in die wir sonst nie gefahren wären und hatten die Möglichkeit, Ingo ausgiebig zu testen, bevor es ins Ausland geht. 

Für uns als Camper-Laien unter dem Strich vielleicht das Best, was uns passieren konnte.

So haben wir uns an das für uns neue Leben unter bekannten Bedingungen gewöhnt. Keine Sprachbarrieren, bekannte Verkehrs- und sonstige Regeln und einfachere Beschaffung von Ersatzteilen und fehlender Ausrüstung. 

Wir hatten ausschließlich nette Begegnungen, kein einziges Mal trafen wir auf „doofe Leute“, alle waren hilfsbereit, offen und freundlich. 

Jetzt freuen wir uns auf Österreich, Südtirol und Italien !

Endlich wieder Berge !

Unser Weg führte weiter Richtung Süden zu unserer letzten Übernachtung in Deutschland. Kurz vor der österreichischen Grenze bei Kufstein fanden wir einen wunderschönen Platz in Kiefersfelden zu Füßen des Kaisergebirges. 

Zwar war es relativ voll, das Bergpanorama und der Hödenauer See entschädigten dafür aber locker.

Uns gegenüber stand ein Paar, das seit 30 Jahren auf der ganzen Welt unterwegs ist-und das z. Zt. in einem Oldtimer Mercedes Rundhauber Bj. 1964 mit einer Wohnkabine aus Alu, gefertigt in Luftfahrtbauweise. Das Auto und die gefahrenen Routen der beiden waren sehr beeindruckend!

Es folgte ein kurzer Stop an der Raststätte Inntal – für die Maut in Österreich brauchten wir eine Go Box. Die klassische Vignette reicht bei Ingos Gewicht nicht aus, wir sind in A als LKW unterwegs…

Nach einer Einweisung und der Entgegennahme von gefühlt 3m Papier wurde das Teil an der Scheibe montiert und wir waren gerüstet um das Land zu erkunden.

Leider waren die Ziele, die wir uns in Österreich ausgesucht hatten, für uns alle gar nicht oder nur mit kilometerlangen Umwegen anfahrbar. Na, dann eben nicht! 😉 Kurz entschlossen durchquerten wir Österreich auf direktem Weg und fuhren ins geliebte Südtirol. Nach einer ca. 1-stündigen Vollsperrung am Brenner landeten wir schließlich in Reischach bei Bruneck. Die Gemeinde bietet einen kostenlosen Stellplatz mit Blick auf den Kronplatz und den Rammelstein (den Uwe und ich 2011 „über blockigen Fels“ bestiegen hatten 😉). 

Den nächsten Stop hatte ich ausgesucht und Uwe mit der Anfahrt keinen großen Gefallen getan. Wir hatten schon die etwas harmlosere Strecke zum Unteregger Hof bei Karneid gewählt, landeten aber trotzdem auf sehr engen und kurvigen Straßen. Der Platz in 1.316 m Höhe mit freier Sicht auf den Schlerns, den Rosengarten und das Latemarmassiv entschädigte dann aber für alles !

Auch hier waren wir natürlich nicht alleine, standen aber in der 1. Reihe, von daher alles gut 😎.

Das Abendessen in der Hofwirtschaft war typisch südtirolerisch und super lecker: Knödeltries aus Spinat-, Speck- und Pilzknödeln mit einer Aussicht auf die Gipfel der Dolomiten, wie wir beide sie lieben👍.

Die neben dem Hof liegende Sternwarte ist dort völlig zu Recht, kaum künstliches Licht stört den Blick in den Sternenhimmel, den wir am ersten Abend auch völlig wolkenlos genießen konnten. 

Nachdem wir hier eine weitere Nacht verbracht hatten, wollten wir eigentlich nach Castelfondo auf einen einsam gelegenen Stellplatz in den Bergen. Das Problem war, dass die einzig sinnvolle Route über den Mendelpass geführt hätte, der unglücklicherweise für LKW ab 9,00 m Länge gesperrt ist. Uwe hatte Bedenken, zumal er den Pass noch aus Motorradtagen kennt.

Wir disponierten also um und fuhren weiter nach Montiggl, ca. 10 Km vor Bozen. Der erst letztes Jahr eröffnete superschöne (aber teure) Platz bietet etwas günstigere Stellplätze vor dem eigentlichen Areal an, wofür wir uns entschieden. Trotzdem konnten wir alle Einrichtungen nutzen, von Waschmaschine und Trockner, über Duschen ohne Mengenbegrenzung 😃👍 bis zur Pizzeria und frischen Brötchen am nächsten Morgen – ein kleiner Luxus-Einschub zwischendurch, auch mal schön…

Der Plan für den nächsten Tag war eigentlich ein Stop in/bei Lana in der Nähe von Meran. Hier wollten wir uns mit einem ehemaligen Kollegen von Uwe und dessen Frau treffen, die dort gerade Urlaub machen und in einen Handyshop. Wir brauchen dringend eine italienische Datenkarte für unseren mobilen Router. 

Leider klappte beides nicht… Sämtliche Stellplätze waren voll bzw. gar nicht mehr vorhanden und wir waren schon ziemlich weit außerhalb von Lana, also auch nix mehr mit Handyshop…

Dafür befanden wir uns jetzt in der Nähe von Castelfondo (s.o.) und konnten über den Gampenpass dann doch noch zu unserem Wunschstellplatz gelangen. Zwar auch das nicht mit der entspanntesten Anfahrt, aber unter dem Strich gut fahrbar und v.a. extrem lohnend ! Eine top gepflegte kommunale Anlage weit außerhalb, mit Strom und Wasser an jedem Stellplatz, Dumpingstation und einer fantastischen Aussicht – und das alles für eine wirklich günstige Gebühr. V.a. waren von den 16 vorhandenen Plätzen incl. unserem nur 3 belegt 👍👍.

Auch hier gefiel es uns so gut dass wir noch einen Tag drangehängt haben. Nachdem Uwe am Vormittag eine E-Bike Expedition zum Einkaufen nach Castelfondo (gaaanz viele Höhenmeter) unternommen hatte (2 Mal, da zunächst Maske vergessen 🤥), machten wir am Nachmittag einen schönen Spaziergang durch die Wälder und stießen unversehens auf ein riesiges Wasserreservoir mitten im Wald-irgendwie unwirklich…

Abends gab es das noch aus Perleberg (Brandenburg) vorhandene TK-Straußenfilet vom Grill, mit Blick über das Tal in die Berge. Ein wirklich sehr schönes Plätzchen hier !

Das Wetter wurde schlechter in den Bergen, deshalb ging es für uns weiter Richtung Süden in die Region des Valpolicella und Soave, um dann langsam weiter nach Venedig zu fahren.

Nachdem wir verbotenerweise den Ort Fondo durchquert hatten (eigentlich gesperrt für LKW-und das zu Recht…, Balkone, Dachüberstände und Hausecken en masse 😳), ging es weiter über die Autobahn nach Illasi. Nach einem Intermezzo an der Mautstelle in Soava, wo der Ticketautomat kaputt war, wir keinen Beleg bekamen, die Schranke sich aber trotzdem öffnete, hielten wir an und Uwe versuchte von den anwesenden Angestellten auf der anderen Seite Hilfe zu bekommen. Leider hatten die Herren keine Lust auf Gespräche. Die Mautspuren zu überqueren, um auf die andere Seite in das Büro zu kommen, war auch keine gute Idee, wir fuhren also weiter und freuten uns schon auf die Diskussion bei der Abfahrt von der Autobahn… Die Klärung des Problems ging dann aber erstaunlich schnell, wir bezahlten den normalen Preis und hatten uns ganz umsonst aufgeregt 🙂 . Entspannt bleiben ist doch die bessere Idee!

In Illasi standen wir wieder auf einem kommunalen Platz, diesmal mit nicht ganz so schöner Aussicht, aber ruhig am Ortsrand gelegenen, neben Olivenbäumen und mit Blick über die Weinberge. 

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir auf dem sehr schönen Weingut Pegoraro in Barbarano Mossano. Direkt nach der Ankunft gab es erst mal eine lehrreiche Weinprobe, bei der wir natürlich auch eingekauft haben. U.a. einen Weißwein aus der Tai-Traube, die unter diesem Namen ausschließlich im Veneto angebaut wird und von der wir noch nie etwas gehört hatten. Insgesamt wurden es 12 Flaschen mit 4 unterschiedlichen Weinen, die Versorgung für die nächste Zeit ist also erst mal gesichert 😉.

Nach den etwas kühleren Tagen in den Bergen haben wir jetzt wieder Sommer mit um die 30° und verbrachten deshalb den Nachmittag vorwiegend sitzend im Schatten, wurden von der sehr netten Familie mit „Salumi, Prosciutto e Formaggio“ versorgt und ließen es uns gut gehen. 

Am darauffolgenden immer noch sehr heißen Tag wanderten wir durch das angenehm schattige „Valle dei Mulini“ in Mossano. Ein lauschiger Weg, immer am Bach entlang und vorbei an alten Wassermühlen, die heute fast alle als Wohnhäuser genutzt werden.

Nach zwei wirklich sehr entspannten und schönen Tagen geht es jetzt weiter nach Venedig, der Campingplatz für zwei Nächte ist reserviert 👍.