1.300 km hin und zurück incl. 3 Fährüberfahrten betrug in etwa der Umweg nach Puerto Montt zu MAN, aber was tut man nicht alles für sein rollendes Zuhause. Wenigstens bewegten wir uns wieder auf der schönen Carretera Austral.

1.300 km hin und zurück incl. 3 Fährüberfahrten betrug in etwa der Umweg nach Puerto Montt zu MAN, aber was tut man nicht alles für sein rollendes Zuhause. Wenigstens bewegten wir uns wieder auf der schönen Carretera Austral.

Gut, dass wir keinen Youtube Channel betreiben, sonst würde wahrscheinlich der Titel des Films so oder ähnlich lauten, Ute würde Haare raufend und mit entsetztem Gesicht vor Ingo stehen und Uwe mit ölverschmiertem Arbeitsoverall daneben. Doch dazu weiter unten mehr 😉, zunächst genossen wir u.a. den Perito Moreno Nationalpark.

Etwa 4.300 km Luftlinie entfernt lag eine gedachte rote Linie von Chile über Bolivien bis Brasilien, bis zu der wir gerne mindestens noch reisen wollten. Klang nicht besonders weit, unterwegs gab es aber viel zu sehen, die tatsächliche Strecke würde ein Vielfaches betragen… Der lange Weg zurück nach Norden führte unweigerlich durch das stürmische Patagonien.

Die Antarktis ist der kälteste, trockenste und windigste Kontinent der Erde, der den Südpol umgibt und fast vollständig von einer dicken Eisschicht bedeckt ist. Sie besteht aus dem Festland Antarktika, dem umliegenden Südpolarmeer und ist ein riesiges Süßwasserreservoir, das 80 % des Eises der Erde beherbergt. Trotz extremer Bedingungen beheimatet sie einzigartige Tierarten wie Pinguine, Robben und Wale und wird durch den Antarktisvertrag als Naturreservat für Wissenschaft und Frieden geschützt, obwohl sie zunehmend vom Klimawandel bedroht ist. Und sie ist so schön, dass sie einen sprachlos macht.

Ihren Namen verdankt die Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas dem portugiesischen Seefahrer Magellan, der bei der Erkundung der nach ihm benannten Magellanstraße nachts zahlreiche Feuer am Ufer sah und das Land daher Feuerland genannt hat. Betreten hat er es vermutlich nie.

Wenn Patagonien nicht so schön wäre… Nur deshalb waren der an den Nerven zehrende permanente Wind, die Kälte und der viele Regen auszuhalten. Und das nannte sich Sommer !

Mit dem Fitz Roy Massiv und dem Gletscher Perito Moreno besuchten wir zwei der Hauptattraktionen des Parque Nacional Los Glaciares. Kaum etwas wird mehr mit Patagonien in Verbindung gebracht als diese beiden beeindruckenden Landschaften.

Um es gleich vorwegzunehmen, die Piste war zwar teilweise anspruchsvoll und wurde immer schmaler, je weiter südlich wir kamen, insgesamt war sie aber doch sehr viel harmloser und einfacher zu befahren als wir erwartet hatten. Umso besser, so hatten wir mehr Blicke für die tolle Landschaft um uns herum übrig.

Die Carretera Austral ist 1.240 km lang und verbindet Puerto Montt mit dem abgeschiedenen 500 Seelen Dorf Villa O‘ Higgins, ab dort ist eine Weiterreise mit dem Auto nicht mehr möglich, weiter geht es nur noch mit dem Boot.

Nach einer kurzen Fährfahrt hatten wir das Gefühl in einem anderen Land zu sein. Wir kamen uns ein bisschen vor wie in den schottischen Highlands, wo es zur Landschaft passende Sagen und Legenden gibt und die Menschen ein wenig anders sind als im Rest der Nation.
