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Bei Kälte, Wind und teilweise Regen ging es entlang der Küste weiter Richtung Süden. Das Ziel war Camping Thines in Finikounda. Nachdem am Tag zuvor im „Fahrradkeller“ eine Flasche Prosecco zu Bruch gegangen war, musste der gesamte Stauraum ausgeräumt, gereinigt und trocken gelegt werden. Das Ganze roch ein bisschen wie in einer Weinkellerei…

Nach zwei Nächten am Elia Beach machten wir uns auf den Weg Richtung Süden. Das erste Ziel war ein Elektrogeschäft, das auch Matratzentopper verkauft… 🤔. V.a. mir sind unsere Betten zu hart, es musste dringend Abhilfe her! Das Geschäft mit dem sonderbaren Sortiment war super. Die Topper sind bestellt und haben nur eine Woche Lieferzeit. Wir haben den Handmixer bekommen, den Uwe für die Kuchenproduktion braucht und als Goodie gab es noch eine kleine Nespresso – der Bäcker und Koch hat seinen Espresso nach dem Essen vermisst 😉. 

Die Fähre mussten Uwe und ich getrennt betreten/befahren. Passagiere waren in den Fahrzeugen nicht zugelassen, d.h. Uwe reihte sich in die Schlange der gefühlt 500 Lkw ein, um Ingo zu verstauen. Außer uns war nur noch ein anderes ExMo auf dem Schiff, der Rest waren gewerbliche Lkw – der Tourismus ruht… 

Ich musste mit dem etwas panischen Lui (mit Maulkorb…) zu Fuß durch das Terminal, ein ganzes Stück zwischen fahrenden LkW durch, über die scheppernde Laderampe, in den Aufzug und bis zur Kabine. 

4 Monate, 3 Wochen und 1 Tag waren wir in Italien unterwegs.

Unsere Grobroute:

Quelle: Italien.de

Ute:

Irgendwo bellt immer ein Hund, irgendwo brennen immer Gartenabfälle und irgendwo liegt immer Müll rum. 

Den Eindruck könnte man haben, wäre aber zu einfach. Zum einen trifft das eigentlich nur auf den Süden zu und zum anderen stimmt es ehrlicherweise auch nicht. Es brennt nicht immer irgendwo…

Italien hat uns viele Gesichter gezeigt:

Unglaublich nette, hilfsbereite und gastfreundliche Menschen, tolle Landschaften, schönes Wetter, guten Kaffee, leckeren Wein und eine angenehme Atmosphäre. 

Aber auch wahnsinnig viel Müll in der Landschaft, viele Straßenhunde, Bauruinen en masse, hässliche Städte und Straßen in miserablem Zustand. 

Ich mag dieses Land und mochte es schon immer. Die herzliche Art der Menschen, die Sprache, in der alles nach Drama klingt und die Zufriedenheit, die in großen Teilen der Bevölkerung vorzuherrschen scheint. 

Uwe:

Ein tolles, interessantes und sehr abwechslungsreiches Land, teilweise schönen Gemeinden in Verbindung mit ganz faszinierenden Landschaften und Kulturgütern sowie netten zuvorkommenden Menschen.

ABER: Ein deutlich wahrnehmbares Nord-Süd-Gefälle in der Wirtschaftskraft, sichtbar an häufig nicht fertiggestellten alten Rohbauten und verlassenen Häusern, am Müll in der Landschaft und an Straßen, die streckenweise von aufgeplatzten Müllsäcken gesäumt sind.

Wahrnehmbar ist aber auch, dass es auch in Süditalien Kommunen gibt, die offensichtlich Wert auf Umweltschutz legen und wo kein Abfall herumliegt. 

Mich faszinierte die Entspanntheit der Menschen bei allen Gelegenheiten, allen Vorurteilen zum Trotz wurde „Ingo“ ganz oft Platz gemacht und sehr rücksichtsvoll gefahren, dies trug auch zu unserer Entspanntheit bei.

Nur drei Beispiele:

Nach einer etwas unruhigen Nacht bei IKEA, die naheliegende Autobahn störte unseren Schlaf ein wenig, ging es für uns weiter Richtung Süden. 

Das Ziel war ein Platz an der Steilküste bei Siracusa. Die Strecke führte entlang einer schier endlosen Strandpromenade und wurde immer enger und zugewachsener. Die letzten Meter waren wirklich sehr holprig und haben uns das erste Mal den Unterfahrschutz hochklappen lassen. Der Platz hat das aber alles wettgemacht. Im Sommer bestimmt sehr überlaufen, waren jetzt nur ein paar Spaziergänger unterwegs und abends und nachts war es himmlisch ruhig und einsam. 

Die Woche in Torrenova haben wir u.a. dazu genutzt, Ingo von dem Staub und getrockneten Matsch der vergangenen Stellplätze zu befreien, ein bisschen technischen Service durchzuführen und uns mit der Stellplatzsuche für Silvester zu beschäftigen. 

Unsere Weihnachtsvorbereitungen hielten sich in Grenzen. Bei Sonne, Strand und teilweise um die 20° fiel es uns schwer, in Festtagsstimmung zu kommen. 

Die Weiterfahrt Richtung Norden führte durch ca. 40 Km Plastik. Gewächshäuser so weit das Auge reicht, wir waren froh diese Gegend hinter uns zu lassen.

Unterwegs durchquerten wir u.a. Gela und Licata, beides sehr spannende Ortsdurchfahrten. Es war Sonntag und die Städte waren voll. Es machte den Eindruck, als ob alle Einwohner zum Weihnachtsshopping auf den Straßen und in den Geschäften waren. So diszipliniert die Bevölkerung in Bezug auf die Coronaregeln hier sonst wirkt, hier war von Abstand etc. keine Rede mehr…

Die Nacht verbrachten wir auf dem Stellplatz eines sehr geschäftstüchtigen Betreibers in San Leone bei Agrigento. Abgesehen davon dass Ingo mal wieder zu groß für das Gelände des „Albachiara“ war, hatten wir Mühe nicht mit literweise Wein und Olivenöl wieder vom Hof zu fahren. Natürlich alles selbstgemacht und supergünstig… 😉