Das neue Jahr startete mit strahlendem Sonnenschein und Frühlingswetter und wir mit dem Besuch eines Lost Place.

Im Örtchen Myloi verrotten neben dem stillgelegten Bahnhof diverse Loks und Wagons. Verrostet und überwuchert stehen sie auf den Gleisen und sind eine Sehenswürdigkeit der etwas anderen Art.

Anschließend kam das erste Mal unsere Tauchpumpe zum Einsatz. Unsere Wasservorräte gingen zur Neige und wir steuerten eine Kirche mit gefasster Quelle an. Der Druck aus dem Wasserhahn reichte allerdings nicht aus um die ca. 2 m zu unseren Einfüll-Öffnungen zu überwinden. Von der Leistungsfähigkeit unserer kleinen Pumpe waren wir sehr angetan. Vielleicht füllen wir künftig nur noch damit !? ?

Nach diesem Erfolgserlebnis setzten wir endlich unseren Plan mit dem Besuch von Nafplio um. Das Wetter war perfekt, die Stadt proppenvoll, Ingo stand am Hafen zwischen hunderten von Autos und wir genossen das Leben um uns herum. Die Stadt ist wirklich schön, die Gassen der Altstadt liebevoll dekoriert mit zum größten Teil top restaurierten Gebäuden und unzähligen Cafés und kleinen Geschäften. Bei der Recherche zu weiteren Infos über Nafplio bin ich auf diesen Artikel gestoßen. Überhaupt nicht mein Schreibstil, aber schön zu lesen und v.a. gelingt es der Autorin, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die der Realität zu 100% entsprechen.

Die Nacht war überraschenderweise relativ ruhig. Nachdem gegen 23.00 die letzten „wir ärgern Camper und fahren zig mal mit aufheulendem Motor vorbei“-Autos und Motorräder weg waren, kehrte Ruhe ein. Bei tollem Morgenlicht verließen wir die Stadt und fuhren wieder in die Berge.

Der als Zwischenstopp auf dem Weg nach Kalamata eingeplante Platz neben einer kleinen Kirche gefiel uns irgendwie nicht. Sehr einsehbar und umzingelt von Bauernhöfen mit Schafen, Ziegen und den dazugehörigen Hunden.

Da Lui mal wieder eine Impfung brauchte und wir zwei Tage später einen Termin beim Tierarzt in Kalamata hatten, fuhren wir zu einem Platz ca. 30 Km nördlich der Stadt. 

Wir parkten Ingo mitten zwischen Olivenhainen und neben einer geschlossenen byzantinischen Kirche aus dem 12. Jhd. Die Kirche der Jungfrau Zoodochos Pigi-Samarinas gilt als eines der am besten erhaltenen Baudenkmäler dieser Zeit auf dem Peloponnes. Kaum angekommen, hatten wir das Glück, dass ein älterer Herr auf dem Moped vorbei kam, der einen Schlüssel für die Kirche hatte und uns öffnete. So kamen wir in den Genuss der restaurierten Fresken und der eher neuzeitlichen Ikonen.

Der folgende Tag war gefüllt mit Großeinkauf, Wäsche in der Wäscherei abgegeben und wieder abholen, der Impfung von Lui, Hin und Herfahren und Warten. Nachdem alles erledigt war, fuhren wir am späten Nachmittag zurück in das Hinterland von Kalamata und parkten Ingo in der Nähe der Ausgrabung des antiken Messene. Die Besichtigung der riesigen Anlage verschoben wir auf den nächsten Morgen.

Unser Stellplatz lag direkt neben Resten der antiken Stadtmauer aus dem 3. Jhd. v. Chr. und abends hatten wir ein Konzert von Schakalen und Käuzchen. Eigentlich also alles ganz nett, nur Lui fand den Platz nicht so gut. Das Geballer der „Jäger“ um uns herum war gar nicht sein Ding…

Messene wurde 369 v.Chr. gegründet, war die Hauptstadt Messeniens und ist heute die umfangreichste Ausgrabung Griechenlands. Auf dem Weg von unserem Stellplatz zu dem Areal passierten wir das Arkadische Tor, eines der beiden ehemaligen Stadttore. Faszinierend daran waren v.a. das Echo in dem „Raum“ dahinter und die Tatsache, dass eine Landstraße durch das Tor und damit mitten durch diesen Teil der Ausgrabung führt.

Die Besichtigung der eigentlichen Ausgrabungsstätte war toll. Wir hatten das Gelände für uns alleine und konnten in aller Ruhe durch die z.T. wirklich gut erhaltenen, bzw. restaurierten Gebäude und Anlagen schlendern.

Das ungemütliche Wetter sorgte für eine etwas schnellere Begehung und so machten wir uns am späten Vormittag auf den Weg Richtung Polylimnio Wasserfälle im Landesinneren. Zum einen sollten die ganz hübsch sein, zum anderen wollten wir dort die Nacht verbringen. Leider scheiterten wir kurz vor dem Ziel an der Ortsdurchfahrt von Charavgi. In einer 90° Kurve in einem engen Gässchen war Schluß. Balkone, Mauern und parkende Autos machten ein Durchkommen unmöglich. Da halfen auch die guten Ratschläge zweier älterer Herren nichts… Uwe hat Ingo aber ohne irgendwelche Schäden aus dem Ort wieder heraus bekommen ??? (Anmerkung des Fahrers: Ich hatte aber auch eine perfekte Einweiserin zur Seite) und wir entschlossen uns, bis an die Westküste weiter zu fahren.

Als wir den „Golden Beach“ nördlich von Pylos erreichten, war uns mal wieder klar, dass es Alleinlagen momentan nicht gibt. Zumindest nicht an der Küste, so war auch hier nahezu jede Zufahrt zum Strand mit einem Camper besetzt und wir hatten Glück noch ein Plätzchen zu finden. Trotzdem blieben wir, zumal rechts und links jeweils ein paar hundert Meter Platz zum nächsten Auto waren.

Den Nachmittag nutzen wir für eine Rundwanderung über die Voidokilia Bucht (=Ochsenbauchbucht), durch die Dünen von Navarino, vorbei an Nestors Höhle, über die Ruine des Paleo Kastro zurück zu Ingo.

Ab hier wurde es erst richtig spannend…Teilweise in den Fels gehauene Steigbügel und Drahtseile erleichterten zwar den Aufstieg, trotzdem hatte es der Weg in sich. Sehr steil, sehr rutschig – und unsere kleine weiße „Bergziege“ immer dabei.

Lui hat die Kletterpartie aber hervorragend gemeistert, brauchte nur einmal Hilfe und wurde am Schluss mit einer grandiosen Aussicht über den angeblich schönsten Strand Griechenlands belohnt.

Wir beschlossen, erst einmal hier zu bleiben und die angesagte Schlechtwetterfront auszusitzen. Wir haben Zeit, bis Ende Januar wollen wir auf dem Peloponnes bleiben und uns nach unserer Booster-Impfung über Italien auf den Weg nach Hause machen.

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Gerd Rother
Gerd Rother
10 Monate zuvor

Was ich Euch für dieses Jahr wünsche ? Dass Ihr unbeschadet und wohlbehalten, egal wo , den nächsten Jahreswechsel gesund und zufrieden genießen könnt !! L G Gerd

Detlev
Detlev
10 Monate zuvor

geniales Bild von der Lok im Tor?

Chris
Chris
10 Monate zuvor

Moin Ihr Lieben,
werft mal nen´ Blick auf das Sturmtief über dem Mittelmeer, es zieht morgen südlich von Euch gen Osten, also schön die Nase in den Wind stellen. Eure Bilder und Geschichten sind und bleiben ein Highlight in diese tristen Zeiten. Mögen Eure Wünsche im neuen Jahr alle in Erfüllung gehen.
cu
Birgit&Chris

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