Die Weiterfahrt Richtung Norden führte durch ca. 40 Km Plastik. Gewächshäuser so weit das Auge reicht, wir waren froh diese Gegend hinter uns zu lassen.

Unterwegs durchquerten wir u.a. Gela und Licata, beides sehr spannende Ortsdurchfahrten. Es war Sonntag und die Städte waren voll. Es machte den Eindruck, als ob alle Einwohner zum Weihnachtsshopping auf den Straßen und in den Geschäften waren. So diszipliniert die Bevölkerung in Bezug auf die Coronaregeln hier sonst wirkt, hier war von Abstand etc. keine Rede mehr…

Die Nacht verbrachten wir auf dem Stellplatz eines sehr geschäftstüchtigen Betreibers in San Leone bei Agrigento. Abgesehen davon dass Ingo mal wieder zu groß für das Gelände des „Albachiara“ war, hatten wir Mühe nicht mit literweise Wein und Olivenöl wieder vom Hof zu fahren. Natürlich alles selbstgemacht und supergünstig… 😉

Der eigentlich tolle Strand war leider so gut wie nicht vorhanden, die Brandung kam relativ weit auf den Strand, in den wirklich schönen Dünen konnten wir aber ein bisschen spazieren gehen.

Am nächsten Tag ging es weiter, vorbei am Valle dei Templi (leider momentan geschlossen), zu einem Zwischenstopp am Scala dei Turchi. Ein weißer, stufenförmiger Felsen an der Steilküste bei Realmonte. 

Das Ziel für den Tag war der Campeggio „la Palma“ bei Menfi. Die Anfahrt hätte uns schon zu denken geben müssen… Es wurde immer enger, abgelegener und die Straße eigentlich gesperrt für Fahrzeuge > 3,5 t. Der Platz war in einem Zustand, der uns sofort wieder hat umdrehen lassen, abgesehen davon dass er geschlossen war… Es war mittlerweile Spätnachmittags und so langsam wollten wir irgendwo ankommen. Nach der Besichtigung eines weiteren „Campingplatzes“ der eigentlich nur ein ummauerter Hinterhof war, machte sich mal wieder ein bisschen Frust breit. 

Tanja und Gunnar waren mit ihrem Baloo ein Stück vor uns unterwegs und die Whatsapp von den beiden mit der Frage, ob wir zu ihnen kommen wollten, kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Die beiden standen auf einer unbefestigten Nebenstraße direkt am Meer bei Petrosino. Wir kamen im Dunkeln an und konnten erst am nächsten Tag erkennen, wie schön es dort war.

Wir verbrachten eine ruhige Nacht, wurden früh von ein paar Anglern geweckt und hatten eigentlich den Plan, nicht so weit zu fahren und in einem Naturschutzgebiet nördlich von Marsala zwischen Salinen frei zu stehen. 

Bei Ankunft wurden wir schon von 3 Strassenhunden begrüßt, nix für Lui, also weiter. 

Gelandet sind wir schließlich auf dem Campingplatz „El Bahira“ bei San Vito lo Capo an der nördlichsten Spitze Siziliens, einer von vielen auf unserer „Weihnachtsliste“. 

Eine wunderschöne Landschaft mit tollen Steilküsten, nicht umsonst Kletterer-Hotspot. Der Campingplatz hat uns gut gefallen, leider war aber auch hier Ingo mal wieder zu groß, v.a. aber zu hoch… Der Stellplatz war so schief, dass wir eigentlich hätten unterbauen müssen, ging aber nicht, weil wir mit der Dachreling schon fast an den Sonnensegelstangen des Stellplatzes stießen. Also eine Nacht in Schräglage…

Die Gegend hier gefiel uns so gut, dass wir die folgende Nacht freistehend unterhalb der Steilküste verbrachten. Eine etwas matschige 4×4 Anfahrt, aber ein phantastischer Platz in der Nähe des Leuchtturms, incl. mehrmaligem Besuch einer Schafherde. 

Selbst wenn wir über Weihnachten irgendwo auf einem Campingplatz stehen, in diese Gegend kommen wir auf jeden Fall noch einmal zurück!

Den folgenden Tag verbrachten wir mehr oder weniger nur im Auto. Wir wollten uns noch das B&B/Camping „Mama Colette“ bei Marsala ansehen, einer der evtl. Plätze für den Lockdown am 25./26.12. 

Wir kamen etwas verwöhnt von der tollen Gegend der letzten Tage dort an und es stellte sich irgendwie nicht das richtige Bauchgefühl ein. Ein eigentlich netter Ort, wir hätten uns irgendwo in den großen Garten stellen können, die Gastgeberin ist bestimmt sehr herzlich und das Ganze völlig unkompliziert, es gefiel uns aber irgendwie trotzdem nicht. Also ging es für uns 1 1/2 Std. wieder zurück Richtung San Vito lo Capo, wo wir die Nacht auf einem Parkplatz direkt am Meer zu Füßen der Berge verbrachten. 

Aus dem Plan, die Weihnachtstage zusammen mit den „3 Weltreisenden“ zu verbringen wird wohl nichts werden, wir kamen in Bezug auf den Stellplatz nicht zusammen. Vielleicht klappt es ja an Silvester. 

Am folgenden Tag fuhren wir durch die bisher schönste Landschaft Siziliens in das nahe gelegene Naturschutzgebiet „Zingaro“. Eigentlich wollten wir die Nacht auf einem der abgelegenen Parkplätze dort verbringen. Nach einer wunderschönen Anfahrt über enge Serpentinen kamen wir an dem einsam gelegenen Fleckchen an. Der sehr freundliche Ranger teilte uns mit dass der Park momentan wegen Waldbränden im September und damit verbundener Steinschlaggefahr auch auf dem Parkplatz geschlossen ist. Wir könnten dort zwar die Nacht verbringen, er hatte aber Sorge um uns und Ingo und riet uns sehr deutlich davon ab.

Wir hörten auf seinen Rat und fuhren zurück an unseren alten Stellplatz im Naturschutzgebiet „Monte Cofano“ bei San Vito lo Capo.

Auch der Parkplatz am Südeingang des Parks, auf dem wir eigentlich die folgende Nacht verbringen wollten, war nicht optimal. Zwar eine wunderschöne Aussicht, aber wegen dem gesperrten Park keinerlei Bewegungsfreiheit.

Wir fuhren weiter an der Nordküste entlang, das zunächst angesteuerte Naturschutzgebiet vor Palermo stellte sich als nicht vorhanden heraus, gelandet sind wir schließlich kurz vor Cefalù in Piane Vecchia. Unser Stellplatz lag am Ortsrand direkt an einem kilometerlangen Sandstrand – und einer Cruiser Wendeplatte… Je später der Abend, desto ruhiger wurde es aber und wir verbrachten hier eine angenehme Nacht. 

Mittlerweile waren wir ca. 90 Km vor Torrenova und damit vor dem Agricampeggio Alessandra, unserem 7 wöchigen Aufenthaltsort im Oktober/November. Eigentlich wollten wir dort auf keinen Fall wieder hin, momentan erscheint es uns aber als das sinnvollste, dort die Weihnachtstage zu verbringen, bevor wir weiter Richtung Ätna fahren. 

Auf dem Weg dorthin haben wir noch Stellplatz-Scouting für Silvester betrieben. Wir möchten auf jeden Fall ruhig und weit weg von jeglichem Feuerwerk stehen. Die Idee war, mitten im Naturschutzgebiet „Parco dei Nebrodi“ im Wald zu stehen. Die knapp 1 stündige Anfahrt führte über enge Straßen, viele Serpentinen durch schöne Landschaften immer tiefer in den Wald. Leider auch immer weiter nach oben. Am Ziel auf 1.500 m angekommen waren es noch 8° und neblig…

An sich ein schöner Platz, aber leider sehr kalt und matschig. Umgeben von wilden Ziegen, Schafen und Schweinen hatten wir auch ein bisschen Sorge wegen Luis Jagdtrieb. 

Wir suchen weiter und sind jetzt erstmal wieder in Torrenova, wo wir bis 27.12.  bleiben werden.

Euch allen wünschen wir schöne Weihnachtstage und einen tollen Start in ein gutes neues Jahr !

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Chris
Chris
3 Monate zuvor

Prost Neujahr,
wir wünschen Euch ein gesundes und vor allem besseres 2021
cu
Birgit & Chris

Ralf Funk
Ralf Funk
3 Monate zuvor

Vielen Dank für Eure informativen und unterhaltsamen Berichte.
Ich wünsche Euch geruhsame Feiertage in angenehmer Atmosphäre und freue mich auf weitere Berichte im neuen Jahr

Ralf Funk

Thomas Vogt
Thomas Vogt
4 Monate zuvor

Hallo Ihr Zwei, es ist immer schön von Euch zu lesen bzw. zu hören wie es Euch geht und was ihr erlebt in der jetztigen Situation. Man wird trotzdem neidisch bei den tollen Bildern und der schönen Landschaft auf Sizilien. Vergesst aber nicht an Christbaum auf Ingo zu stellen um es a bsissle heimeliger zu machen. Wünsche Euch schöne Weihnachten und vor allem bleibt gesund. Grüsse aus Geislingen Thomas

Chris
Chris
4 Monate zuvor

Moin vom Tor zur Welt,
was für eine sizilianische Odyssee, aber dafür tolle Fotos (wie immer)….funktioniert die Elektrik wieder? Von uns die besten Wünsche für die kommenden Festtage und möge das kommende Jahr besser werden (sollte so schwer nicht sein) bleibt munter und gesund…
Birgit und Chris