Man muß ja ehrlicherweise zugeben, daß wir schon lange keinen richtigen Regentag mehr hatten, aber wenn es einen erwischt ist es nervig, v.a. mit Hund…

Archivbild…

Bis auf Weiteres und auf mehrfachen Wunsch gibt es an dieser Stelle eine Karte mit unserer jeweils gefahrenen Route. Solange es mir nicht zu aufwendig wird…

Samstag, 11.03.2023 und Sonntag, 12.03.2023

Immerhin hatten wir das Glück, dass Lui auch nicht gerne naß wird und wir immer in den kurzen Regenpausen draußen waren. Ansonsten standen wir mit schöner Aussicht aber schlechter Internet- und Telefonverbindung in der Nähe von Page und warteten auf besseres Wetter.

Wir verbrachten die Zeit mal wieder mit der Planung unserer weiteren Route und hatten die Idee, am Montag (dann sollte wieder die Sonne scheinen) spontan den Antelope Canyon zu besuchen. Der Canyon ist ausschließlich im Rahmen einer durch Navajo geführten Tour zu besichtigen und es gibt nur zwei Veranstalter (die miteinander verwandt sind…). Nach kurzer Recherche mussten wir feststellen: Keine Chance, ausverkauft !

Für Dienstag gab es noch Plätze, allerdings nur in zwei aufeinander folgenden Touren. Unfassbar, ein Dienstag im März… Wie schon im Grand Canyon waren wir sehr überrascht von der anscheinenden Fülle der Touristen so früh im Jahr. Der Veranstalter buchte uns dann netterweise in eine gemeinsame Tour am Montag um, wo die freien Plätze plötzlich herkamen, erschloß sich uns nicht, war uns aber auch egal.

Am Sonntag hatte sich das Wetter deutlich gebessert und wir erkundeten bei z.T. fast schon frühlingshaften Temperaturen unsere Umgebung.

Montag, 13.03.2023

Eigentlich sind touristische Massenveranstaltungen nicht unser Ding, in diesem Fall hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt und erwies sich als deutlich entspannter, als der erste Eindruck vermuten ließ. Bei der Ankunft am Lower Antelope Canyon bei Dixie Tours war der Parkplatz gut gefüllt, überall warteten Menschen auf ihre Tour und nach dem Einchecken und pünktlichem Erscheinen 10 Minuten vor Tourbeginn gab es erst einmal eine „original“ Tanzdarbietung eines Navajo. Die Verteilung der ca. 70 Menschen, auf 10er Gruppen lief etwas chaotisch, funktionierte aber erstaunlich gut. Alle hatten die gleiche Startzeit gebucht, genauso wie mindestens genauso viele Menschen des Konkurrenz-Veranstalters nebenan… Nach dem Abstieg in den von oben völlig unscheinbaren Canyon entzerrten sich die geschätzt 150 Leute aber sehr schnell und man hatte nicht das Gefühl eines Massenauflaufs. Zeit genug zum Stehen bleiben, Staunen und Fotografieren blieb auch und nach ca. 1 Stunde im Canyon traten wir um viele unvergessliche Eindrücke reicher wieder ans Tageslicht.

Der Lower Canyon ist zwischen 8 und 60 Millionen Jahre alt, ca. 35 Meter tief, ungefähr 400 Meter lang und deutlich weniger besucht als das Gegenstück, der Upper Antelope Canyon, was an dem schwierigeren Ein- und Ausstieg liegen mag. Die kleinen Kletterpartien über rutschigen Fels und steile Treppen, v.a. am Beginn der Schlucht waren in unseren Augen aber ohne Probleme machbar und bescherten uns einen fantastischen Nachmittag.

Die Nacht verbrachten wir wieder auf unserem alten Platz und wunderten uns mal wieder über die Vielzahl an Campern, die zu dieser Jahreszeit und unter der Woche unterwegs sind, v.a. mit PKW und Dach-, bzw. „normalem“ Zelt. Abends waren wir fast alleine, morgens standen 5 Autos um uns herum.

Dienstag, 14.03.2023

Bei angenehm sonnigen 14-15°C verließen wir Page und kamen 100 Km weiter östlich bei ungemütlich grauen 8-9°C im Navajo National Monument auf dem kostenlosen „Sunset View Campground“ an. Die bestimmt sehr schönen Wanderwege waren leider alle für Lui verboten, für zwei getrennte Spaziergänge war es schon zu spät und so begnügten wir uns mit einem Weg an der Straße zu einem hübschen Aussichtspunkt und dem Bestaunen von zwei 180 Mio. Jahre alten Saurier Fußabdrücken.

Mittwoch, 15.03.2023

Der in der Nacht einsetzende Regen begleitete uns in wechselnder Stärke über den gesamten Tag. Bei miserabler Sicht erreichten wir nachmittags unseren Stellplatz im „Goosenecks State Park“ mit eigentlich tollen Ausblicken auf eine Schleife des San Juan River und in der Ferne das Monument Valley und Valley of the Gods. Wir hofften auf Besserung am nächsten Morgen und verbrachten den restlichen Tag überwiegend in Ingo.

Donnerstag, 16.03.2023

Nach einer komplett verregneten Nacht hatten wir morgens tatsächlich ein bisschen Sonne und relativ gute Sicht auf die Schleifen des San Juan River und das Monument Valley am Horizont. 

Unser nächstes Ziel war das „Natural Bridges National Monument“, je nach Route entweder 130 Km oder 35 Km entfernt. Wir entschieden uns für Variante zwei, „übersahen“ alle Schilder, die uns davon abhalten wollten und fuhren die landschaftlich tolle Strecke über den „Moki Dugway“. Für meinen Geschmack zu eng, zu weiche Bankette, zu steil abfallend neben der Straße und insgesamt zu hoch, deshalb gibt es auch keine Fotos von der tollen Aussicht auf das „Valley of the Gods“…

Bei den Natural Bridges angekommen fuhren wir den 14 Km langen Rundweg und waren froh, dass wir dafür keinen Umweg gemacht hatten und der Eintritt mit unserem Nationalpark Jahrespass abgedeckt war. Die drei natürlichen Brücken, entstanden durch Auswaschungen mäandernder Flüsse, waren kaum als solche auszumachen. Die umgebende Landschaft war ganz nett, mehr aber auch nicht und die Ruinen der Felsenwohnungen waren (mal wieder) zu weit weg und halb im Schatten. 

Ein paar Kilometer weiter fanden wir eine befahrbare Sandpiste, die zu ein paar BLM Stellplätzen führte – nach den Regenmassen der letzten Zeit schon fast ein Wunder… Wir stellten Ingo mit der Schnauze in den gefühlt ständig wehenden Sturm und hatten eine ruhige und ungestörte Nacht. 

Freitag, 17.03.2023

Bei einem Recherche Stopp mit freien Wifi am Visitor Center in Blanding warfen wir einen Blick auf die Wettervorhersage und mussten danach zum wiederholten Mal unsere Pläne komplett ändern. Die nette Dame im Besucherzentrum versicherte uns zwar, dass alle Einheimischen sehr glücklich über die vielen Schnee- und Regenfälle seien, das Wasser sei dringend nötig, für uns bedeutete das aber nur gesperrte Straßen und Parks und keine Lust auf Nationalparks im Dauerregen. Um den Arches- und Canyonlands Nationalpark bei schönem Wetter besuchen zu können, hätten wir entweder jetzt am Wochenende hinfahren, oder bis mindestens nächste Woche Samstag warten müssen. Variante 1 ist v.a. für den Arches völlig indiskutabel (viiieeel zu voll), für Variante 2 fehlt uns die Zeit. Damit mussten wir beide Parks zähneknirschend von unserer Liste streichen.

Wir nutzten den sonnigen Tag und fuhren zu einem Aussichtspunkt über den Südteil des Canyonland Nationalpark. Der „Needles Overlook“ liegt auf BLM Land am Ende einer 30 Km langen Sackgasse, die Fahrt lohnte sich aber auf jeden Fall. Die Aussicht über die endlose, von Canyons durchzogene Ebene war toll.

Am Beginn der Strecke liegt der „Wind Whistle Campground“, mit 20 $ kein Schnäppchen, aber dafür erkauft man sich Ruhe in Form von ATV -und Schußwaffenverbot. Am Wochenende nicht ganz unwichtig… Direkt vom Platz aus startet ein netter kurzer Rundweg, die Hunderunde war also auch gesichert.

Den Abend verbrachten wir mal wieder mit der weiteren Planung und Änderung unserer Route.

Samstag, 18.03.2023

Ein Fahrtag stand auf dem Programm. Die kleine Entschädigung in Form einer Panoramastraße entlang des Arches Nationalparks konnten wir wegen eines Halbmarathons in Moab leider nicht fahren, die Straße war gesperrt. Schade, obwohl die Landschaft entlang des Highway auch nicht häßlich war, v.a. je weiter wir Richtung der Rocky Mountains kamen. Nach ca. 380 Km und damit auf ungefähr der Hälfte der Strecke nach Denver, erreichten wir einen etwas abseits gelegenen Rastplatz am Highway neben einem Ort namens „No Name“ 👍. Schön am Colorado River gelegen, mit ein paar Fußwegen am Fluß, relativ leise und damit als Zwischenübernachtung mehr als in Ordnung.

Morgen geht es weiter bis kurz vor Denver, damit sollten wir dann dem schlechten Wetter entkommen sein. Die weitere Route wird uns mit einem kleinen Schwenk Richtung Nordosten auf mehr oder weniger direktem Weg zum Yellowstone Nationalpark führen.

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HGL
HGL
1 Jahr zuvor

Aaaaaaah! 🙂 Erinnerungen!!!!!!!!! Danke für den tollen Bericht!!!!!!!!

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Uta
Uta
1 Jahr zuvor

Der Lower Antelope Canyon hat mich umgehauen. Da ich nichts psychedelisches eingenommen habe, muss wohl dessen Schöpfer was konsumiert haben…
Gratuliere zum eigenen ‚mountain‘ und ‚indian reservation‘!

Thomas Burkhardt
Thomas Burkhardt
1 Jahr zuvor

Hallo und guten Abend, ich bin gerade nach der Lektüre Eures neuesten Berichts erschüttert wie sehr sich anscheinend der Tourismusrummel verstärkt hat.
Noch vor 11 Jahren sind wir im Mai!!!
einfach zum Antelope Canyon gefahren, auf die Pickups der Führer aufgesessen, dort bezahlt und mit max. 20 Personen für geschätzt 2 Stunden im Canyon in Ruhe gelassen worden.
Irre, herzlichst Tom

Chris
Chris
1 Jahr zuvor

Ihr Lieben, ja, es ist der Hammer was die Natur hervorbringen kann. Nur gut, dass sich jemand drum kümmert…die Bilder sind wie immer, eine Steigerung fällt uns nicht mehr ein.
weiterhin eine gute Zeit und besseres Wetter
wünschen Euch
Birgit&Chris

Tanja
1 Jahr zuvor

Herrlich beschrieben.

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