Der „Bøyabreen“ mit seiner ca. 700 m hohen Gletscherzunge liegt wunderschön an einem kleinen Schmelzwassersee und war von unserem Stellplatz am Fjaerlandsfjord nur ein paar Minuten entfernt.

Beeindruckend, auch wenn ein Blick auf die Schautafel den Rückgang des Gletschers in den letzten 140 Jahren zeigt. Irgendwann wird er wahrscheinlich ganz verschwunden sein…

Für uns ging es weiter, vorbei am Innvikfjord und ein paar sehr touristischen Orten nach Stryn, einem klassischen Wintersportort, wie es sie überall gibt.

Wir stellten uns auf den riesigen Parkplatz an der Liftstation neben eine mautpflichtige Straße, die zu einem sehr nett aussehenden Wohngebiet führt. Nachdem sich der Anliegerverkehr gelegt hatte, verbrachten wir eine ungestörte Nacht. Zwar nicht auf dem schönsten Stellplatz, dafür aber zur Abwechslung mal fast alleine.

Was folgte war mal wieder eine Traumstraße. Nach ca. 50 Km bogen wir auf die Rv63 ab und damit auf den „Trollstigvegen“, eine der bekanntesten Straßen Europas. Insgesamt ca. 100 Km lang und am Ende kurz vor Åndalsnes mit elf berüchtigtigen Serpentinen auf z.T. einspuriger Straße. Unsere Etappe, der Teil bis Geiranger, war gut fahrbar und führte durch phantastische Natur mit tollen Ausblicken.

Alleine waren wir hier natürlich nicht, was aber auch nicht zu erwarten war. Für einen Sonntag bei halbwegs gutem Wetter war es aber völlig OK.

Unser Ziel war der Vinje Camping in Geiranger. Frei stehen ist im gesamten Gebiet des Geirangerfjords nicht erwünscht und wir mussten sowieso einen Regentag überbrücken, für Montag war mal wieder schlechtes Wetter vorher gesagt. Unsere geplante Fährfahrt auf dem Fjord sollte aber möglichst bei Sonnenschein stattfinden. Der Platz war nett, auch wenn er keine Sicht auf den wirklich beeindruckenden Fjord bot, die hatten wir von zwei Aussichtspunkten unterwegs schon gehabt.

Ansonsten ist Geiranger, ein Dorf mit gerade mal 250 ständigen Einwohnern, komplett auf Massentourismus ausgelegt. Auch wir waren ein Teil davon, ob das der Umwelt dort so gut tut, sei aber mal dahin gestellt.

Das Beste an unserem Zwischenstopp in Geiranger war aber der Besuch von Daniela und Lars, die auf ihrer Skandinavien Tour unseren Weg kreuzten und spontan auf einen Kaffee vorbei kamen. Das war ein sehr schöner Nachmittag mit euch, wir freuen uns auf das nächste Mal – irgendwo ?.

Da es Dienstag immer noch/mal wieder regnete und die Sicht gleich Null war, sparten wir uns die 1.600,00 NOK (ca. 160,00 €) für die ca. einstündige Fährfahrt und entschieden uns für die Route über die Serpentinen des Trollstigens.

Und wieder legten wir eine ungeplante Zwischenübernachtung ein, um das miese Wetter auszusitzen. Da wir den Trollstigen nicht bei Nebel und Regen fahren wollten, übernachteten wir kurz vorher noch einmal und landeten auf dem Gudbrandsjuvet Camping. Ein unkomplizierter und entspannter Platz neben einer sehr gut besuchten Sehenswürdigkeit, der “Gudbrandsjuvet“, eine 5 m breite und 25 m tiefe kleine Schlucht durch die der Fluß Valldøla fließt.

Warum sich so viele Besucher über die Stege oberhalb des Flusses schoben erschloß sich uns irgendwie nicht… Genauso wenig wie die Preise in dem gut gemachten Café nebenan. € 4,90 für die angepriesene und ziemlich kleine Zimtschnecke und € 18,00 für ein Glas Marmelade ?.

Aber dafür ging unsere Wetter-Rechnung auf. Abends um 22.00 rissen die Wolken auf und die letzte Hunderunde fand bei strahlendem Sonnenschein statt. Die Attraktion an der kleinen Schlucht erfassten wir aber auch bei guter Sicht nicht, dafür sahen wir Norwegens längste Ziege ?.

Weiter durch diese wunderschöne Landschaft erreichten wir zusammen mit ganz vielen anderen am nächsten Vormittag den Trollstigen, wo wir uns zunächst von oben einen Überblick verschafften. Der Straßenverlauf und v.a. die mangelnde Breite sind respekteinflößend, insbesondere mit einem Fahrzeug wie Ingo. Der beste Fahrer von allen hat aber auch diese Strecke souverän gemeistert ?.

Wir machten einen kurzen Einkaufsabstecher nach Åndalsnes und waren damit die gesamte sogenannte “goldene Route“ ab Geiranger gefahren. Eine Straße, die ihrem Namen alle Ehre macht!

Unser Ziel für die nächsten beiden Tage war ein Stück einsame Natur auf ca. 1.200 m Höhe, zu erreichen über eine kleine Mautstraße. Außer uns, vielen Schafen und ein bißchen Durchgangsverkehr, der abends aufhörte, war nichts los. Wir standen alleine mit schönem Blick auf die umliegenden Berge.

Genau das Richtige für den 30.06., dem ersten Todestag von Uwes Sohn Bastian. Ihm hätte es hier gefallen!

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Lela/Daniela
Lela/Daniela
4 Monate zuvor

Es war sooooo toll euch zu treffen, das hält nachhaltig an ? ….ha ha…..an dem Café mit der 4,90 Zimtschnecke waren wir auch, aber….das war sie wirklich wert!

Petra
Petra
4 Monate zuvor

Spannender Reisebericht. Wir stehen gerade neben euch und sind so auf die Seite gestoßen. Gute Reise weiterhin.
Petra +Christoph

Gerd Rother
Gerd Rother
5 Monate zuvor

Erinnerungen werden wach ! Ist wohl an die 40 Jahre her, als ich diese Abfahrt mit meinem KADETT bewältigt habe .

Ulrike Dzierzon
Ulrike Dzierzon
5 Monate zuvor

Das sieht alles wunderschön aus, habt ihr von den 30 Grad nichts abbekommen?lbg Ulli

Andi
Andi
5 Monate zuvor

Danke fürs mitnehmen

Gruß aus Bärlin

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