San Pedro de Atacama ist bekannt als Ausgangspunkt für diverse Natursehenswürdigkeiten in der umliegenden Atacama Wüste und als Sprungbrett zur größten Salzpfanne der Erde, dem Salar de Uyuni in Bolivien. Aus beiden Gründen waren wir da.

Unsere Route:

Freitag, 12.09.2025

Die 100 km lange Strecke nach San Pedro de Atacama begann mit ein paar Windrädern und Solaranlagen in der Wüste und führte danach relativ abwechslungsreich bis kurz vor San Pedro, wo wir eine tolle Aussicht auf eine riesige Ebene und das „Valle de la Luna“ hatten.

Der Versuch, uns das „Mondtal“ anzuschauen, endete leider an der Schranke zu dem Gebiet. Die Ranger teilten uns freundlich mit, dass Ingo für die Straßen im Tal zu schwer sei. Schade, die mondähnliche Landschaft aus Kratern, Dünen und skulpturartigen Felsformationen hätten wir uns gerne angesehen 🤷🏻‍♀️.

In San Pedro übersahen wir das Lkw-Verbotsschild am Ortseingang und fuhren direkt zu einem großen Parkplatz am Stadion, der von der Stadtverwaltung offenbar halb offiziell als Overlander-Platz ausgewiesen ist. Ingo hatte Gesellschaft diverser anderer Reisemobile in wechselnder Besetzung, während wir in der Stadt unterwegs waren, um unsere folgenden Tage zu organisieren.

Der kleine Ort hat ca. 2.500 Einwohner und besteht in erster Linie aus Touranbietern, Restaurants, Hostels und Souvenirshops.

Wir schlenderten durch die Hauptstraße auf der Suche nach einem Tourveranstalter, der uns für 3-4 Tage nach Bolivien zum Uyuni Salzsee und zu einigen Lagunen fahren würde. Bei ca. 180 Anbietern, die alle ungefähr die gleiche Route fahren, nahezu die gleichen Preise haben und ähnliche internet-Bewertungen aufweisen, überliessen wir die Auswahl dem Zufall.

Samstag, 13.09.2025

Wie vereinbart standen wir um 10.00 im Büro der Agentur, um unsere Tour zu bezahlen, in US Dollar und in bar, Kartenzahlung wurde nicht akzeptiert. Dem Mitarbeiter gefielen allerdings unsere nicht mehr nagelneuen Banknoten nicht und eine andere Möglichkeit konnte er uns nicht anbieten.

Dann eben nicht, es war ja nicht so, dass es keine Alternativen gegeben hätte… Schließlich landeten wir bei White&Green Travel, buchten die selbe Leistung für weniger Geld und konnten mit Kreditkarte bezahlen. Im Anschluß ging es zu einer der zahlreichen Wechselstuben, um bolivianisches Geld für den Eintritt in den Nationalpark zu besorgen.

Zwischendurch zogen wir um, wir wollten Ingo während unserer Abwesenheit gut behütet wissen. Nur ein paar hundert Meter weiter gab es einen bewachten Parkplatz, der außer einem hübschen Ambiente eigentlich fast alles bot, was man als Camper so braucht. Zum wiederholten Male standen wir zufällig neben dem Sprinter der beiden Engländer Angela und Stephen, die Welt ist ein Dorf.

Unsere Entscheidung, einen Teil der Lagunenroute sowie Salar de Uyuni im Rahmen einer gebuchten Tour zu besuchen und nicht mit Ingo zu fahren, hatte mehrere Gründe. Die politische Lage in Bolivien war vor den bevorstehenden Präsidentschafts-Nachwahlen etwas indifferent, dazu kam die kaum noch vorhandene Versorgung mit Diesel im Land. Einheimische standen tagelang vor den Tankstellen Schlange, an Ausländer wurde gar kein Diesel mehr verkauft, auch nicht zu überhöhten Preisen wie noch vor einiger Zeit. Außerdem hatten wir keine Lust auf hunderte Kilometer teilweise übelster Piste…

Sonntag, 14.09.2025

Um 6.30 stand der Minibus vor der Tür, um uns und zwei weitere Gäste für die Tour abzuholen. Um 7.15 erreichten wir bei 0°C und Schnee die bolivianische Grenze auf 4.650 m und warteten mit zig anderen Minibussen auf die Grenzöffnung um 8.00. Die Zeit wurde angenehm (wenn auch kalt) mit einem Frühstück neben dem Auto überbrückt. Irgendwann gegen 8.15 öffnete die Grenze, um 9.00 waren dann auch wir endlich abgefertigt und es konnte losgehen nach Bolivien. Das Ambiente unterschied sich deutlich, das beste Beispiel waren die Toiletten. In Chile gratis und mit beheiztem !!! Toilettensitz, in Bolivien gegen Gebühr mit einem abgeschnittenen Kanister zum Wasser schöpfen für die Spülung und zum Hände waschen…

Unsere Gruppe bestand aus Maria José und Luis, einem chilenisch/venezolanischem Paar, dem englischsprachigem Guide Dani und Fahrer Avel, alle zusammen in einem 6-sitzigen Nissan Patrol, genau dem richtigen Fahrzeug für die bevorstehende Strecke. Die einzelnen Stopps werden im folgenden nur kurz beschrieben, die Landschaft (die in natura noch viel atemberaubender war) spricht für sich.

Der erste Stopp war die Laguna Blanca direkt hinter der Grenze und gab sofort einen Vorgeschmack auf die gigantische Landschaft, die uns erwarten würde. Die weiße Färbung entsteht durch Mineralien im Wasser.

Kurz darauf folgte die Laguna Verde mit Vulkanen im Hintergrund, die ihre grüne Farbe u.a. dem natürlich vorhandenen giftigen Arsen zu verdanken hat.

Die Desierto Salvador Dali (Salvador Dali Wüste) erinnert durch ihre mitten in der Landschaft liegenden Felsbrocken vor einzeln stehenden Bergen an die typischen Gemälde des spanischen Künstlers.

Nächster Stopp waren die Thermales Polques, wir verzichteten auf ein Bad in den heißen Quellen, die Außentemperaturen von 10-12° empfanden wir nicht als besonders einladend.

Nach einem einfachen Mittagessen folgte ein weiteres Highlight, das Geysirfeld Sol de la Mañana auf fast 5.000 m Höhe. Wir wanderten durch die faszinierende Geysirlandschaft mit ihren brodelnden Schlammlöchern und unterschiedlichsten Farben. Die Wärme der Geysire wird in Energie umgewandelt.

Was dann folgte, war tatsächlich atemberaubend schön – und wir tun uns schwer mit dieser Vokabel. Die Laguna Colorada, die bunte Lagune, lag vor einer wunderschönen Bergkulisse mit grasenden Vicuñas, der gesamte Uferbereich war voll mit chilenischen-, argentinischen- und Andenflamingos, wobei letztere eindeutig in der Überzahl waren.

Die Pisten, um von A nach B zu kommen, waren von extrem unterschiedlicher Qualität und teilweise für uns gar nicht als solche erkennbar. Wir waren nach diesem ersten Tag heilfroh, Ingo in Chile gelassen zu haben. Auf der Lagunenroute sollte man aus unserer Sicht nichts größeres bewegen als einen Landrover, alles andere könnte eine Tortur sein.

In Summe war das ein phantastischer erster Tag mit Landschaften, die wir so noch nirgendwo gesehen hatten. Unser Quartier für die Nacht konnte da leider nicht im geringsten mithalten. Das Refugio de Comunidad in Quetena Chico war zwar sauber, aber sehr einfach und v.a. unwahrscheinlich kalt. Der ungeheizte Bau kühlte sich nachts dermaßen ab, dass wir mit zweilagiger langer Merinounterwäsche unter fünf!! Wolldecken gerade mal nicht mehr froren. Das Aufstehen am nächsten Morgen fiel extrem schwer, ganz zu schweigen vom Umziehen.

Montag, 15.09.2025

Die Nacht war erwartungsgemäß nicht besonders gut, die Kombination aus über 4.000 m und Kälte sorgte nicht unbedingt für erholsamen Schlaf. Gegen 8.30 starteten wir nach einem nicht gerade üppigen Frühstück zum Valley of Rocks oder Valle Italia. Wir machten Halt an einigen besonders hervorstechenden Felsformationen, u.a. dem Kamel, dem Fifa World Cup oder der Anakonda. Eine besonderer Ort ist das Gebiet „Italia Perdido“, eine Felsen Landschaft, in der ein italienischer Motorradfahrer incl. seiner Maschine spurlos verschwunden sein soll.

Es folgte ein Stopp an der Laguna Catal, wo wir zwischen friedlich grasenden Lamas spazieren gingen. Solange, bis ein besonders schlauer Tourist seine Drohne über der Herde fliegen ließ und die Tiere in Panik flüchteten.

Die Mittagspause fand in einem Ort statt, der offensichtlich nur zwischen 12.00 und 13.00 zum Leben erwacht, wenn geschätzt 30-40 Jeeps mit ihren Passagieren einfallen, um in den diversen „Restaurants“ das Mittagessen einzunehmen. Wie überall handelt es sich in der Regel um familiengeführte Lokale, die an den privaten Wohnbereich angrenzen und für diverse Veranstaltungen oder Touristen Abfütterungen vermietet werden. Teilweise ist die dazugehörige Toilette das Badezimmer der Familie.

Den Nachmittag verbrachten wir überwiegend fahrend, die Strecke von etwa 200 km nach Desierto Blanco in der Nähe des Salar de Uyuni kostete auf den teilweise extrem schlechten Pisten seine Zeit. Ein Zwischenhalt musste aber noch sein, das wie eine Geisterstadt wirkende Julaca besteht eigentlich nur aus 3 Kneipen, die mit ohrenbetäubender Musikuntermalung ihr Craft Bier an den jugendlichen Touristen bringen wollen. Wir versuchten, uns während der Zwangspause hauptsächlich hinter den Boxen aufzuhalten, um dem Lärm zu entgehen, ein mit Coca angereichertes Bier wechselte am Ende aber dann doch noch den Besitzer, Konzept aufgegangen 🤷🏻‍♀️.

Das Ziel war das Hostal de Sal, ein Hotel, dessen Innenausstattung incl. der Möbel zum großen Teil aus Salz bestand. Ganz nett, leider aber voll mit z.T. jugendlichen Reisegruppen ohne Schlafbedürfnis und nur unwesentlich wärmer als das Quartier des Vortages. Immerhin reichten hier 4 Decken im Bett.

Dienstag, 16.09.2025

Um 5.45 war Abfahrt, auf dem Programm stand der Sonnenaufgang über dem größten Salzsee der Welt, dem Salar de Uyuni. Wenn man Sonnenaufgänge mag war das bestimmt schön, wir empfanden es als „Sonne taucht vor Ebene am Horizont auf“ und wären freiwillig dafür nicht so früh aufgestanden.

Viel beeindruckender fanden wir die Tatsache, uns auf einer 12.500 km2 großen Salzpfanne zu bewegen. Zum Vergleich: Sardinien ist in etwa doppelt so groß, Montenegro nur unwesentlich größer. Entstanden ist die aus dem Weltall sichtbare Fläche durch die Austrockung des Paläosees vor ca 10.000 Jahren. Die unter der Oberfläche liegende Sole ist bis zu 120 m tief, in der Trockenzeit von Ende Juni bis Anfang Dezember ist die Salzkruste etwa 30 m dick und kann problemlos befahren werden. Mit Ausnahme der schlammigen Uferbereiche…

Genau in der Mitte der Salzpfanne liegt die Insel Incahuasi (Quechua für „Haus des Inkas“). die von meterhohen, teilweise bis zu 1.200 Jahre alten Säulenkakteen bewachsen ist und aus 1,5 Mio. Jahre alten versteinerten Korallen besteht. Vom höchsten Punkt der Insel hat man tolle Ausblicke, u.a. auf das direkt unterhalb liegende Picknickareal mit Möblierung aus Salzblöcken. In Gesellschaft von mindestens 15 weiteren Jeep-Besatzungen nahmen wir unser Frühstück vor dieser sagenhaften Kulisse ein.

Der Salar de Uyuni beherbergt eines der weltweit größten Lithiumvorkommen, das Vorkommen wird auf etwa 5,4 Mio. Tonnen geschätzt. Lt. unserem Guide Dani sind die Arbeitsbedingungen schlecht, Kinderarbeit keine Ausnahme.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Stopp hielten wir mitten im Nichts für das klassische Fotoshooting auf dem Salzsee. Wegen des unendlichen Horizonts und des extrem flachen reflektierenden Bodens kann man sehr einfach optische Täuschungen von Größenunterschieden erzeugen. Wir hatten unseren Spaß !

Neben dem ersten Salzhotel der Welt, das vollständig aus Salz errichtet wurde, liegt der Plaza de las Banderas (Flaggenplatz), der 2012 zum Nationaldenkmal erklärt wurde. Touristen aus aller Welt bringen die Flaggen ihrer Länder mit, um sie an einem der Fahnenmasten zu befestigen. Mittlerweile werden die Fahnen alle 6 Monate entfernt, was einen ungefähren Eindruck über die Anzahl der Besucher verschafft… Der Salar de Uyuni ist ein Massentourismus-Ziel geworden.

Nur ein paar hundert Meter weiter steht seit 2014 das vollständig aus Salz geschaffene Denkmal für die Rallye Dakar, die zuletzt 2018 durch Bolivien führte. Durch Höhenlagen bis zu 4.200 m traten neben körperlichen Problemen der Fahrer auch technische Schwierigkeiten an den Fahrzeugen auf. Dazu kamen Orientierungsprobleme auf der Salzpfanne und die teilweise Unbefahrbarkeit durch Überschwemmungen. Alles zusammen macht es eher unwahrscheinlich, dass noch einmal eine Rallye Dakar durch Bolivien führen wird, das Land könnte die Einnahmen daraus allerdings gut gebrauchen.

Keine organisierte Tour ohne ausgiebige Möglichkeiten zum Kaufen von Souvenirs. Nach Verlassen des unglaublich faszinierenden Salzsees folgte ein Stopp in einem winzigen Kaff, das ausschließlich aus Verkaufsständen zu bestehen schien. So ganz konnte Mann nicht widerstehen, eine Mütze musste mit 😉.

Weiter ging es nach Uyuni, wo am Stadtrand der größte Eisenbahnfriedhof der Welt liegt. Seit dem Zusammenbruch der örtlichen Industrie in den 40er Jahren stehen rund 100 Lokomotiven und Wagons in der Wüste und rosten vor sich hin. Das Gelände ist ein gern besuchtes Touristenziel, instagram lässt grüßen…

Nach einem extrem schlechten Mittagessen endete der geführte Teil der Tour im Büro der Agentur und wir verabschiedeten uns von unserem wirklich tollen Guide und dem ebenso guten Fahrer.

Nach einem Auto- und Fahrerwechsel kam der erste Teil des Rücktransports nach Chile. Insgesamt bestand diese Etappe aus ca. 300 km, davon etwa 1/4 bester Asphalt, die Hälfte schlechteste Waschbrettpiste und 1/4 „normale“ Sand- oder Schotterpisten. Völlig gerädert nach diesem langen Tag und der stundenlangen Durchgeschüttelei erreichten wir im Dunkeln unser letztes Hotel in Bolivien. Eigentlich sollte es wieder „der Kühlschrank“ der ersten Nacht werden, zum Glück war die Bude voll und wir wichen auf das sehr viel modernere und v.a. wärmere Nebengebäude im Hinterhof aus. Zwar hatte auch das natürlich keine Heizung, aber offenbar die weitaus bessere Isolierung.

Mittwoch, 17.09.2025

Wieder war frühes Aufstehen angesagt, um 5.45 war Abfahrt Richtung Grenze, 150 km lagen vor uns. Zwischendurch gab es Frühstück an den Thermalquellen, mal wieder in einem dieser familienbetrieben Miet „Restaurants“. Wie schon zwei Mal zuvor auf unserer Tour hatte der Fahrer das Zubehör von Brot, Marmelade über Tee und Kaffee bis zu Eiern im Kofferraum dabei, die Zubereitung übernahm die Familie. Dieses Mal fand das Ganze leider in einem mal wieder ungeheizten Raum auf eiskalten Plastikstühlen statt, Frühstück in der Daunenjacke mit Handschuhen. So langsam hatten wir „die Schnauze voll“ vom Frieren !

Zum Trost lief aber die Grenzabfertigung völlig problemlos, nach einer Stunde waren wir wieder in Chile, unser Kleinbus wartete schon auf uns, wir stellten die Uhren wieder eine Stunde vor und waren um 11.00 zurück bei Ingo. Insgesamt waren das sehr anstrengende vier Tage und v.a. Nächte, noch nie haben wir so viel am Stück und in geschlossenen Räumen gefroren, die hygienischen Bedingungen der öffentlichen Toiletten waren teilweise grenzwertig. Auch sind wir nicht unbedingt die Pauschaltouristen, die den ganzen Tag Programm und alles fremdbestimmt brauchen. Was uns auf jeden Fall fehlte, waren kurze Zwischenstopps für z.B. das Vicuña am Straßenrand oder eine tolle Aussicht. Wir hatten unglaubliches Glück mit unseren Reisepartnern Maria José und Luis sowie Dani und Avel, wenn in dem Jeep die Chemie nicht stimmt, kann es schwierig werden. Trotzdem würden wir es immer wieder so machen ! Zwischendurch malten wir uns aus, die Strecke mit Ingo fahren zu müssen und waren heilfroh, in einem kleinen Jeep zu sitzen. Einige der Ziele wären mit einem Lkw gar nicht zu erreichen gewesen, vom Materialverschleiß und dem Salz auf dem Salar de Uyuni gar nicht zu reden. Unterwegs haben wir zwei Tankstellen gesehen, beide geschlossen und beide mit langen Lkw Schlangen davor…

Chile feiert am 19.09. seinen Nationalfeiertag, nach den etwas fordernden Tagen war uns nicht mehr nach Party, nachmittags verließen wir San Pedro und fuhren „durch den Hintereingang“ in das Valle de Luna.

Nach holprigen 6 km durch das Tal kamen wir am „Magic Bus“ an, einem vergammelten, besprühten und beklebtem Bus mitten im Nirgendwo. Das Gefährt diente in den 60er Jahren dem Transport von Minenarbeitern, heute ist der Schrotthaufen ein beliebtes Fotomotiv. Wir parkten Ingo etwas abseits zwischen den Felsen, bekamen ein wenig später zum wiederholten Mal Gesellschaft von den Brasilianern Luisa und Roberto und freuten uns auf eine ruhige Nacht im eigenen Bett incl. Heizung, wenn nötig.

Donnerstag, 18.09.2025

Der Tag begann kleinbus- und besucherfrei, wir genossen die Ruhe und das schöne Licht in der wunderschönen Landschaft, erledigten ein paar Servicearbeiten und machten uns am Nachmittag auf den Weg nach Socaire.

Nach einer Stunde Fahrt über 100 km immer geradeaus erreichten wir Socaire, wo wir am folgenden Tag einen Teil des „Reserva Nacional Los Flamencos“ besuchen wollten und parkten Ingo auf dem Parkplatz neben dem Ticketbüro.

Unterwegs passierten wir einen bedeutsamen Punkt unserer Reise, den Wendekreis des Steinbocks. Dieser südliche Wendekreis ist der südlichste Breitengrad, an dem die Sonne während der Wintersonnenwende im Dezember senkrecht am Himmel steht und den Zenit erreicht. In den Zonen zwischen den Wendekreisen steht die Sonne zweimal im Jahr im Zenit, außerhalb der Wendekreise niemals. Den nördlichen Wendekreis des Krebses passierten wir am 07.01.2024 in Mexiko. Wir waren weit gekommen…

Freitag, 19.09.2025

Die Tickets hatten wir vorab online gekauft, trotzdem mussten wir um 7.30 im Büro des Parks auf der Matte stehen, wo eine Dame die Daten aus unserer Bestätigungsmail abschrieb und uns einen Durchschlag ihres Werkes als Eintrittskarte in die Hand drückte. So geht Arbeitsbeschaffung… Egal, eine Stunde später war Einlass für die chilenische Version der Lagunenroute. Mittlerweile waren wir auf unserem Parkplatz umringt von Minibussen, die ihren Gästen im Freien und Kalten Frühstück servierten. Kam uns irgendwie bekannt vor…
Die Fahrt zu den Lagunas führt über eine öffentliche Straße, nur der Zugang zu den Seen ist kostenpflichtig, aber schon diese Zufahrtstrecke war landschaftlich wunderschön.

Unser erster Stopp waren die salzhaltigen Lagunas Miscanti und Miñiques auf etwa 4.200 m Höhe, benannt nach den inaktiven Vulkanen vor denen sie liegen. Beide Seen haben auffällig weiße Ufer, sind tiefblau und einfach wunderschön.

Laguna Miscanti:

Laguna Miñiques:

Etwa 50 km weiter lag das Salar de Aguas Calientes, ein Salzsee mit himmelblauen Wasser vor einer tollen Bergkulisse und dem Uferbereich „Piedras Rojas“ (rote Steine). Wie schon von Beginn an waren wir nirgendwo alleine, hier konzentrierten sich aber die Tourbusse und eine Menschenschlange arbeitete sich Richtung Uferbereich vor.

Trotzdem war auch hier die Landschaft aber so schön, dass einem die Wort fehlten. Leider passten die Temperaturen nicht so ganz zu einer entspannte Pause zum Genießen der Natur, extrem windige 12° waren alles andere als einladend für einen längeren Aufenthalt.

Nur einige Kilometer weiter lag ein toller Aussichtspunkt über die Lagune, der Blick war phantastisch, plötzlich waren wir völlig alleine und zur Krönung gab es einige Vicuñas im Wasser des Uferbereichs.

Zum Abschluss fuhren wir noch zur Laguna Tuyaito, das Wasser war nicht minder babyblau und wir waren mutterseelenallein, ein schöner Abschluss eines tollen Ausflugs.

Nach insgesamt 6 Stunden und 150 km waren wir wieder am Ticketbüro und hatten Landschaften gesehen, die der bolivianischen Lagunenroute teilweise in nicht viel nachstanden. Für uns ging es zurück nach San Pedro de Atacama, wo wir etwas außerhalb einen vermeintlich ruhigen Stellplatz im Valle de Muerte fanden. Bis sich kurz vor Sonnenuntergang plötzlich etwa 12 Minibusse rund um uns aufbauten und ihren Gästen Abendessen servierten. Nach etwa einer Stunde waren aber alle wieder verschwunden und wir genossen die absolute Ruhe und Dunkelheit nach diesem wunderschönen Tag.

Den Abstecher nach San Pedro de Atacama und v.a. nach Bolivien empfanden wir als ausgesprochen lohnend. Wir haben atemberaubende und absolut faszinierende Landschaften gesehen, die mit zu den schönsten unserer bisherigen Reise gehören.

Morgen verlassen wir das Gebiet um San Pedro und fahren langsam zurück Richtung Küste.

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Tanja und Gunnar
Tanja und Gunnar
3 Monate zuvor

Toller Ausflug nach Bolivien. So schöne Erlebnisse und Bilder.

Team MaxExmo
Team MaxExmo
3 Monate zuvor

Was für eine großartige Kulisse! Auf den Teil der Reise freuen wir uns auf ganz besonders, es muss atemberaubend sein. Ganz tolle Bilder und wieder ein schöner Bericht von euch beiden 🫶🏻

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