Der Campingplatz in Venedig war nicht der schönste, direkt neben einem Parkplatz und ziemlich voll, lag aber super günstig und grenzte an den größten zusammenhängenden Stadtpark Europas. 500 m fußläufig zur Fähre in die Altstadt mit einer Fahrtzeit von nur 20 Minuten war die Lage für diesen Städtetrip perfekt. Lui musste im klimatisierten Ingo heute zu Haus bleiben, die Stadt wollten wir ihm nicht antun…

Der Tag war toll ! Wir hatten zwar nicht besonders viel Zeit (zu lange wollten wir unseren sardischen Prinzen nicht alleine lassen), aber der Spaziergang quer durch die Stadt vom Fähranleger, vorbei an der Rialtobrücke bis zum Markusplatz und zurück war mehr als beeindruckend. Die Stadt mit ihrem morbiden Charme hat einfach was-zumal sie herrlich leer war. Der Markusplatz wirkte fast wie ausgestorben und man konnte sich überall, auch in den schmalen Gassen, ohne Gedränge bewegen. Der Stop hier hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir haben die paar Stunden beide sehr genossen. 

Weiter Richtung Süden landeten wir wieder im Landesinneren, in Castelguglielmo bei Ferrara. 

Die „Area Sosta Camper“ der Gemeinde war nicht besonders hübsch, aber sauber, mit Strom und Wasser direkt am Stellplatz und Dumpingstation – und das alles kostenlos. Diese kommunalen Stellplätze finden wir seit Südtirol relativ viel, immer für € 0,00 bis € 10,00 pro Nacht. Ein tolles Angebot der Gemeinden, das auch gut angenommen wird, wir standen noch nie alleine.

Wie so häufig in letzter Zeit wurden wir sehr früh geweckt durch Hundegebell, knatternde Vespas, Leerung der Glascontainer und im Morgengrauen aufbrechende Mitcamper. An der Fähigkeit, das alles zu überhören, müssen wir noch arbeiten… 🥱

Am nächsten Tag ging es weiter nach Montale bei Maranello, der Ferrari und Ducati Stadt. Die Besichtigung der jeweiligen Museen sparten wir uns. 😉. Die Ducati wurde verkauft, bei Ferrari gab es kein geländegängiges Weltreisemobil 🤔. Was auf jeden Fall bemerkenswert war, war die Sportwagendichte auf den Straßen.

Nach einem kleinen Umweg zum Shoppingcenter in Modena zum Lebensmitteleinkauf im gigantischen „Iper Coop“ landeten wir schließlich im Camper Club Mutina. Der zunächst angesteuerte kommunale Platz gefiel uns gar nicht, weswegen wir auf der Hacke umgedrehten und hierher gefahren sind. Hinter der nicht besonders einladenden Einfahrt eröffnete sich dann ein ganz hübscher Platz mit perfekter Infrastruktur. Zunächst noch ziemlich leer, setzte abends das „WoMo-Reisebus-Treffen“ ein… Umgeben von drei dieser 9-Meter-Schiffe haben wir eine ruhige Nacht verbracht und fuhren am nächsten Morgen weiter nach Sasso Marconi, einer netten kleinen Stadt in der immer hügeliger werdenden Emilia Romagna.

Das letzte Wegstück bis zu unserem Stellplatz war grün, sehr grün… 😳. Ein schmales Sträßchen mit ganz vielen, sehr tief hängenden Bäumen. Entsprechend sah Ingos Dach nach der Ankunft aus. 

Aber wie schon so häufig, der Stellplatz entschädigte für die nicht ganz so optimale Anfahrt. Das „Cá Vecchia“, ein Hotel mit Restaurant und Camping Area, liegt wunderschön in einem parkähnlichen Garten abseits des Ortes und eigentlich sehr ruhig-wenn das Rauschen der naheliegenden Autobahn nicht wäre, aber irgendwas ist ja immer 😉.

Wir verbrachten hier zwei schöne Tage, ich war beim Friseur (endlich !!!), Uwe währenddessen mal wieder im Waschsalon und wir hatten ein tolles 3-Gänge Menü mit gutem Vino de la casa im Restaurant am Stellplatz. 

Eigentlich war als nächstes Ziel ein Biohof mit Pecorino-Herstellung geplant. Als wir dort ankamen war allerdings kein Mensch zu sehen, was aber nicht schlimm war, soooo gut gefiel es uns dort sowieso nicht…

Wir entschlossen uns weiter nach Süden nach Barga zu fahren. Irgendwie hätten wir uns aber die Route auf dem Navi etwas besser ansehen sollen, dann wäre uns aufgefallen dass es über den Passo delle Radici geht. Ein wenig befahrener Gebirgspass durch das Apennin (1.530 m), der die Verbindung zwischen der Emila Romagna und der Toskana bildet. Sehr schöne Landschaft, aber schmal, enge Kurven und gefühlt endlos… Uwe ist, wie eigentlich immer, die ganze Strecke gefahren, was diesmal wirklich Arbeit war. Danke dafür !🥰

Als wir dann nach insgesamt 5 Sunden Fahrt in Barga ankamen, mussten wir leider feststellen dass wir keine Chance hatten, zu dem Weingut zu kommen, an dem wir eigentlich übernachten wollten. Ingo war mal wieder zu groß. Gelandet sind wir dann auf dem nicht wirklich schönen städtischen Stellplatz, der sich immer mehr mit PKWs füllte, es war Samstag Abend und der Parkplatz lag günstig zur Altstadt 😳. Von den nachts wieder wegfahrenden Autos haben wir beide nichts mitbekommen, Uwe hat nach der anstrengenden Fahrt geschlafen wie ein Stein und ich hatte Oropax…

Die Etappe am nächsten Morgen war harmlos, ca. 1 Stunde Fahrt nach Larciano nordwestlich von Florenz. Das Ziel war das Agritourismo Poggetto, das wir eigentlich gar nicht hätten erreichen können-alle Zufahrtswege waren gesperrt ab 7,5 t 🤫. Ein wunderschönes, abseits gelegenes und sehr gepflegtes Anwesen mit einem tollem Blick über das Tal auf Berge und den nächstgelegenen Ort. 

Nachdem wir mit tatkräftiger Unterstützung des mindestens 70-jährigen Familienoberhaupts ver-und entsorgt hatten, fuhren wir auf Grund eines Tipps unserer Gastgeber von hier nach Castellina in Chianti. Ein süßes kleines Dorf auf einem Hügel, umgeben von einer toskanischen Bilderbuchlandschaft. Nach einem Stadtbummel, dem ersten Eis in Italien und einem Aperitif in einer schönen Bodega ging es zurück zum städtischen Stellplatz. Nicht besonders schön, aber zentral gelegen und direkt neben einem beeindruckendem etruskischem Grabhügel.

Von hier aus sollte es eigentlich weitergehen zu einer Besichtigungstour nach San Gimignano. Leider war Ingo aber viel zu groß, um ihn in akzeptabler Entfernung abzustellen, alle Parkplätze sind nur für PKW und den Busparkplatz für € 60,00/Tag wollten wir nicht nutzen… Die Stadt ist aber auch aus der Entfernung schön 😉

Weiter ging es nach Pomaranca zu unserem nächsten Stellplatz. Wie immer über holprige und enge Landstraßen, aber mit fantastischen Blicken über die Landschaft der Toskana.

Die Area Sosta Camper, wieder ein städtischer Platz, war vom Feinsten ! Tolle Lage am Ortsrand mit einem super Blick, 1a Sanitäranlagen, WLAN und ein Waschsalon in unmittelbarer Nähe 🙂. Das einzig nicht ganz so schöne war das Wetter. Die ganzen letzten Tage waren schon ziemlich unbeständig und das setzte sich hier mit Regen und Gewitter fort. Da es morgen aber zumindest tagsüber gut sein soll, werden wir hier eine Nacht dranhängen und zu Fuß die Umgebung erkunden.

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Chris
Chris
1 Monat zuvor

moin,…geile Gegend…gelle!?!? Auf den Hochebenen rund um den Gran Sasso wachsen dann auch die besagten Linsen, klein,violett bis schwarzund lecker, nur mühsam im niedrigen Gestrüpp am Boden zu finden. Wettertechnisch schrammt Ihr ja bisher immer scharf am Rand der Tief´s entlang. Die aktuellen Bilder von der Cod Azur erinnern mich an 2002 und das Tal der Müglitz…Eure Benachrichtigungsfunktion ist tatsächlich wieder ok und die Reisebeschreibungen sind top, wie auch die Bilder (womit aufgenommen?) ….also, dann mal weiter Richtung Mamma Corleone, wie ich vermute….mein Whisky übrigens steht mitlerweile bei fast 5 Mille…nach fünf Geboten…
cu Chris

Chris
Chris
2 Monate zuvor

Abruzzen, Nationalpark Gran Sasso als Ziel im Programm? Da lohnt es sich nach Linsengerichten zu schauen….Tour la cuisiene-mäßig…. continua buon apetit
Hier wird es langsam herbslich
Liebe Grüße
Chris
Ps.: Mein 30J Macallen wird gerade versteigert….