Unsere ersten knapp zwei Wochen nach der Wiedereinreise in Argentinien waren extrem abwechslungsreich. Von hübschen Städten über tolle menschliche Begegnungen bis zu einem versunkenen Ort und einem verlassenen Hotel war alles dabei.

Unsere Route:
Dienstag, 17.03.2026
An unserem letzten Abend in Uruguay hatten wir es bei schwül heißen 35° noch mit sehr unterschiedlichen Besuchern zu tun, die alle gerne durch die Fliegengitter gekommen wären. Trotz eindeutiger Sympatieverteilung öffneten wir allerdings für keinen davon die Tür…


Relativ früh verließen wir den Platz und machten uns auf den Weg nach Argentinien. Mittlerweile war das unsere fünfte Einreise, wie eigentlich immer verlief das Ganze völlig unkompliziert, ein kurzer Blick ins Auto, keine weiteren Fragen, buen viaje ! Wie gehabt waren schlagartig die Straßen schlecht, dieses Mal mussten wir dazu auch noch den deutlich teureren Tarif für die Brückenmaut über den Rio Uruguay bezahlen. Dass wir eigentlich richtig als Wohnmobil eingestuft wurden und ca. 3 Wochen vorher in die andere Richtung einfach nur Glück hatten mit dem Pkw Tarif, machte die happigen 33 € für das Überfahren einer Brücke auch nicht besser…


Nach einem Großeinkauf im Supermarkt fuhren wir in der Grenzstadt Gualeguaychú in den riesigen Parque Unzué. Kaum angekommen blieben wir erst einmal stehen. Es setzte heftigster Starkregen mit Sturmböen ein, erste Äste lagen schon auf der Straße, nach ein paar Minuten war der Spuk wieder vorbei und wir suchten uns einen Platz irgendwo neben der Straße. Die durchgeweichten Wiesen wirkten nicht besonders einladend für Ingos 12t.

Mittwoch, 18.03.2026
Es schien eine Menge Leute in Gualeguaychú zu geben, die nichts zu tun hatten, v.a. nachts… Bis 4.00 Uhr morgens herrschte reger Autoverkehr, ab 6.00 wurde es ruhig, eine halbe Stunde später standen wir auf. Na super! Die anschließende 200 km lange Fahrt nach Rosario verlief größtenteils geradeaus durch Mais- und Sojafelder, ein paar Rinder rechts und links, das war‘s. Sehr langweilig, abgesehen von den letzten 60 km, die durch einen Teil des Paraná Deltas führten.


Das Sumpfgebiet besteht aus einem System von Inseln, Kanälen, Bächen und Lagunen mit einer reichhaltigen Flora und Fauna. Von den dort lebenden Tieren wie Wasserschweinen oder Kaimanen haben wir allerdings leider kein einziges gesehen. Der Großteil der beeindruckenden und sehr stark v.a. mit Lkw befahrenen 60 km langen Straße verläuft über Brücken und Dämme mitten durch das Feuchtgebiet.

In Rosario angekommen folgte eine kleine Odyssee, bis wir unseren Stellplatz am Ufer des Rio Paraná an der sog. Costanera erreichten. Der Plan, die Innenstadt zu umgehen, ging leider nicht auf, dann eben doch mitten durch. Rosario hat etwa 1 Mio. Einwohner und einen ziemlich schlechten Ruf. In letzter Zeit war die Drogenkriminalität wohl signifikant angestiegen, dazu kamen Auseinandersetzungen zwischen zwei Banden, wie so häufig bekommt man davon als Besucher nichts mit, bei unserer Durchfahrt wirkte die Stadt aufgeräumt, sauber und sehr grün.


Das Projekt „Costa Nueva“ hat die Uferpromenade (Costanera) in ein Erholungsgebiet aus Parks, Gastronomie und Kunst verwandelt. Besonders faszinierend fanden wir „El Aura“, ein 2.000 qm großes Bodengemälde, das in der verspiegelten Decke darüber reflektiert wird und nur so in Gänze wahrnehmbar ist.




Berühmt ist Rosario v.a. als Geburtsort zweier argentinischer Größen: Ernesto „Che“ Guevara und Lionel Messi. Der Fußballstar und Weltmeister prangte u.a. auf einer Hochhausfassade, der Revolutionär war nirgends zu sehen. Komisch… 😉.








Besonders auffallend war das überall vertretene Thema „Las Malvinas“ (Falklandinseln) und die Farben Blau und Weiß, die Nationalfarben Argentiniens. Der Entwurf der Nationalflagge stammt von General Manuel Belgrano, der in einer Krypta unter dem „Monumento Histórico Nacional a la Bandera“ ruht. Das riesige Flaggendenkmal aus u.a. zwei Wasserflächen, einem Säulengang und einer Freitreppe wird von einem Obelisken gekrönt und ist allein aus architektonischer Sicht absolut sehenswert.









Ingo parkte einen Steinwurf von dem Monument entfernt, unglaublich, aber das Übernachten im Wohnmobil ist an diesem geschichtsträchtigen Ort direkt an der Costanera und genau neben einer Parkanlage völlig OK. Danke Rosario ! Der Abendspaziergang führte uns noch einmal zum Monumento a la Bandera, angestrahlt in den Nationalfarben.

Donnerstag, 19.03.2026
Ingo ist einfach zu groß für Städte. Keine Chance, in der Nähe der roten gemauerten Treppen im Parque España oder an den bunten Silos des MACRo (Museum für moderne Kunst) zu parken. Beim Museum reichte es gerade noch für ein Foto im Vorbeifahren, bevor wir Rosario wieder verließen.

Es folgten 200 km durch platte landwirtschaftlich genutze Gegenden, immerhin aber durch die selbsternannten Hauptstädte des Weizens bzw. der „Produktion“ (vermutlich von Soja…) in ungefähr der Mitte des argentinischen Festlandes. Unser Ziel war die Stadt Bell Ville, die zwar leider eigentlich komplett für schwere Fahrzeuge gesperrt ist, ihrem Namen aber alle Ehre macht. Wir parkten in der hübschen, gepflegten und unaufgeregten Stadt ohne nennenswerten Sehenswürdigkeiten in einer Nebenstraße am Friedhof und hofften, dass niemand ein Problem mit Ingos Anwesenheit haben würde.
Den Nachmittag nutzten wir für einen schönen Spaziergang durch den Parque Tau mit über 400 Jahre alten Bäumen. Faszinierend waren die mit Dornen besetzten Florettseidenbäme, oder auch Palo borracho (betrunkener Stock) mit ihren dicken bauchigen Stämmen, die der Wasserspeicherung dienen.







Ansonsten waren wir natürlich mal wieder mitten in der argentinischen Siesta in der Stadt, zwischen 12.30 und 16.30 liegt eigentlich das gesamte Land im Tiefschlaf, alles hat geschlossen, keine Chance auf einen Kaffee oder einen kleinen Imbiss. Es blieb uns nichts anderes übrig als unseren Kaffee in Ingo zu trinken, was sich im Nachhinein als Glücksfall herausgestellte. Wir hörten einen Mann und einen Jungen vor unserem Auto über Ingo sprechen, Uwe ging raus, um Hallo zu sagen und wir lernten „Nacho“ und seinen Vater Diego kennen. Nacho ist eine Größe nicht nur in Bell Ville, sondern weit darüber hinaus.

Nacho ist heute 15 Jahre alt und erlitt bei seiner Geburt eine Zerebralparese, dass er heute gehen kann, grenzt an ein Wunder. Er ist einer der jüngsten Funkamateure des Landes, der seine Kenntnisse und seine Ausrüstung kostenlos bei Unglücksfällen und Massenveranstaltungen zur Verfügung stellt um eine Notfallkommunikation aufrecht zu erhalten, sollte das Handynetz zusammenbrechen. Darüber hinaus sind er und seine Familie eine der Wegbereiter für die Integration Behinderter. Nacho ist in erster Linie ein toller Typ, nebenbei aber auch Feuerwehrfan und -sammler, wir freuten uns, seine Kollektion etwas erweitern zu können. Am Ende lernten wir die ganze Familie kennen, was für ein schönes und berührendes Zusammentreffen.




Wir wurden von der Familie reich beschenkt, u.a. mit Alfajores Capias, köstlichen Süßigkeiten die ursprünglich aus Bell Ville stammen, mittlerweile aber in der ganzen Welt erhältlich sind. Wir lernten auch, dass die Erfindung des modernen Fussballs auf Bell Ville zurückgeht. Drei Erfinder aus der Stadt entwickelten das unsichtbare Ventil, mit dessen Hilfe der Ball aufgepumpt werden kann und die bis dahin verwendete Außennaht ersetzte. Erstmals 1934 wurde dieses System bei der WM in Italien der Weltöffentlichkeit vorgeführt, wir bekamen einen Anschauungsball geschenkt. Was für eine wunderschöne Begegnung mit tollen Menschen!

Das Ganze endete schließlich mit einem Interview für zwei TV Lokalsender, bei dem wir nicht unbedingt durch gutes Spanisch glänzten… 🫣

Freitag, 20.03.2026
Und wieder 200 km geradeaus durch Mais- und Sojafelder. Etwa 30 km vor Córdoba bogen wir links ab nach Rio Segundo, wir hatten einen Tipp für eine gute Polsterei bekommen, nach über 5 Jahren Dauerbenutzung waren die Bezüge auf unseren Sofas mehr als austauschwürdig. Carlos betreibt mit seiner Frau eine „Schrauberhöhle“ für Polsterarbeiten, wirkte aber äußerst kompetent, die Beratung war gut, am kommenden Montag sollten wir Muster und Preise bekommen, wir waren gespannt. Im Anschluss steuerten wir den Parque Sarmiento in Córdoba an, wieder ein Stadtpark, in dem man problemlos im Wohnmobil übernachten darf, eigentlich unglaublich! Viel sahen wir nicht mehr von unserer Umgebung, bei wolkenlosen 31°C hielt sich unser Drang nach Spaziergängen sehr in Grenzen.

Samstag, 21.03.2026
In der Nacht auf Samstag gab es ein Gewitter, wie wir es noch nie erlebten hatten. Die Blitze kamen so schnell hintereinander, dass es minutenlang taghell war, begleitet von ständigem lauten Donner und sintflutartigem Regen. Zumindest brachte das aber Abkühlung, unsere Stadtbesichtigung im historischen Zentrum von Córdoba starteten wir bei fast schon kühlen und windigen 18°C. Unser Reiseführer überschlug sich förmlich in Lobeshymnen über die zweitgrößte Stadt Argentiniens, elegant, hip, pulsierend und erlesen waren nur einige der Adjektive für die Stadt. Wir fanden sie hübsch, mehr aber auch nicht, vielleicht haben wir einfach schon zu viel gesehen…
















Córdoba verfügt über eine beeindruckende Anzahl an Jesuitenmissionen und Kirchen, u.a. mit der Caterdral Nuestra Señora de la Asuncíon die älteste Kirche Argentiniens, in der kontinuierlich Gottesdienste stattfinden.








Als besonders eindrücklich empfanden wir die Passage Santa Catalina, in der Fotos von Opfern der Militärdiktatur ausgestellt sind. Die Portraits zeigen verschwundene Personen (Desaparecidos) unter der Militärjunta (1976-1983), ihre Zahl wird von Menschenrechtsorganisationen mit insgesamt 30.000 angegeben.


Den sonnigen Nachmittag nutzten wir bei angenehmen Temperaturen für einen Spaziergang in „unserem“ Park. Der 100 ha große und sehr hübsch angelegte Parque Sarmiento wurde 1911 eröffnet und gilt als die grüne Lunge der Stadt. Genutzt wird er von den Einheimischen in erster Linie als Sportstätte, beeindruckend, was um uns herum an Radfahrern und Läufern unterwegs war.








Sonntag, 22.03.2026
Der Vormittag war diversen administrativen Tätigkeiten gewidmet, den Nachmittag nutzten wir für einen Besuch des Parque de la Biodiversidad, der Bestandteil des Stadtparks ist. Der ehemalige städtische Zoo wurde 2020 geschlossen und 2023 mit einem völlig neuen Konzept als Biopark wieder eröffnet. Das veraltete Konzept der Tierausstellung wurde beendet und hunderte der ehemaligen Zootiere in spezialisierte Schutzgebiete oder Auffangstationen umgesiedelt. Der Fokus liegt heute auf Artenschutz, Umweltbildung und Rehabilitation.


Fast alle lebendigen Tiere, die wir zu Gesicht bekamen, liefen mehr oder weniger frei herum, alle anderen waren aus Holz und Stoff oder gemalt. Die einzigen eingesperrten Tiere, die wir sahen, waren ein Alligator und ein paar Schildkröten, es gibt wohl noch einige mehr, die aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Damit bleibt es ein Zoo, etwas, das wir eigentlich nicht so mögen. Wenn man sich aber die vorhanden Überbleibsel der alten Gehege und Käfige ansieht, kann es für die Tiere nur besser werden…










Im Anschluss warfen wir vom nahe des Parkausgangs gelegenen Mirador del Coniferal einen Blick auf Córdoba und schauten den Skatern auf der Skatebahn neben Ingo zu. Insgesamt ein schöner Nachmittag!


Um Punkt 17.00 wurden wir dann Zeugen einer der vielen argentinischen Gepflogenheiten, der Merienda. Die Merienda findet zwischen 17.00 und 19.00 statt und überbrückt die lange Zeit zwischen Mittagessen und dem traditionell sehr späten Abendessen, das nicht vor 21.00 oder 22.00 stattfindet. Gereicht werden Snacks und natürlich Matetee, ohne den in Argentinien gar nichts geht und der hier in Kürze einen eigenen Beitrag bekommt. Stand Ingo nachmittags noch allein auf weiter Flur, gab es ab 17.00 keinen einzigen freien Parkplatz mehr, die Wiesen waren voll mit Menschen auf Decken und Klappstühlen (noch ein argentinisches Phänomen, jeder hat scheinbar immer und überall einen Klappstuhl dabei). Faszinierend und sympathisch, v.a. weil die Merienda ein Ereignis im Kreise der Familie oder von Freunden ist.

Montag, 23.03.2026
Córdoba verfügt ganz offensichtlich über eine ausgeprägte Auto- und Motorradposer-Szene. Das in Verbindung mit dem langen Wochenende wegen dem bevorstehenden Feiertag am Dienstag ließ uns den Abschied aus der Stadt nicht schwer werden. Die Nächte waren untermalt mit unterschiedlichstem Motorengeheule, etwas nervig auf Dauer. Außerdem hatten wir ja eine Verabredung mit dem Polsterer, die Muster sollten ja nachmittags da sein. „Nachmittag“ ist ein dehnbarer Begriff, um 18.30 bekamen wir eine Whatsapp, die Muster lägen jetzt in der Werkstatt bereit. Sehr schnell reduzierten wie die Auswahl auf ein verbleibendes Muster, unsere zahlreichen Fragen wurden geduldig beantwortet (alles per Google Übersetzer), für den kommenden (Feier-) Tag waren wir morgens um 6.00 zum Ausmessen verabredet. Nicht unsere bevorzugte Uhrzeit, ging aber nicht anders, wir hatten 200 km Strecke vor uns und mussten rechtzeitig für eine Führung am Ziel sein. Mittlerweile war es 21.00, wir entschieden uns für eine Übernachtung an einer nahegelegenen Tankstelle.




Es hätte uns aber schlimmer treffen können, die YPF Tankstelle bei Rio Segundo verfügt über ein etwas abgesetztes Picknickareal, an dessen Rand wir parkten. Der Lärm der Autobahn hielt sich in Grenzen, die Nacht war im Vergleich zu den vorherigen sehr viel leiser.
Dienstag, 24.03.2026
Der nationale Feiertag „Dia Nacional de la Memoria por la Verdad y la Justicia“ (Nationaler Gedenktag für Wahrheit und Gerechtigkeit) erinnert an den Beginn der Militärdiktatur im Jahre 1976 und gedenkt der Opfer bis zum Ende der Diktatur 1983. Gemeinsam mit ganz vielen anderen Menschen, die alle frei hatten, steuerten wir die 200 km entfernte Laguna Mar Chiquita (das kleine Meer) an. Der Salzsee ist der zweitgrößte See Südamerikas und mit einem durchschnittlichen Salzgehalt von 80g/l etwa doppelt so salzhaltig wie der Atlantik. 1977 trat der See mit einem Höchststand von 8m über Normal über die Ufer und überschwemmte weite Teile des Badeortes Miramar. Die Ruinen und ehemaligen Straßen sind je nach Wasserstand bis heute sichtbar. Uns interessierte in erster Linie das Gran Hotel Viena, für das wir den frühen Start in den Tag morgens um 6.00 in Kauf genommen hatten.






Wie ja wahrscheinlich hinlänglich bekannt, haben wir ein Faible für solche Orte. Die Geschichte des Hotels ist eine Mischung aus europäischem Luxus, technischem Fortschritt und hartnäckigen Legenden über das Dritte Reich. Es wurde zwischen 1940 und 1945 von dem deutschen Unternehmer Max Pahlke für die damals riesige Summe von 25 Millionen Pesos errichtet. Für die damalige Zeit war das Hotel seiner Umgebung weit voraus, es verfügte über eine eigene Strom- und Wasserversorgung, ein System zur Trinkwassergewinnung, Klimaanlagen, Aufzüge, ein medizinisches Zentrum, eine eigene Bank etc.


Kurz nach der Fertigstellung im Jahr 1945/46 wurde das Hotel unter mysteriösen Umständen fast vollständig geschlossen. Die Familie Pahlke verließ den Ort und das Hotel wurde nie offiziell in vollem Umfang betrieben. In den folgenden Jahrzehnten folgten politische Enteignungen und Naturkatastrophen (s.o.), die das Gebäude schwer beschädigten.


Da der Bau während des Zweiten Weltkriegs mit deutschen Geldern finanziert wurde, halten sich Gerüchte, es sei als Zufluchtsort für hochrangige Nationalsozialisten (manche behaupten sogar für Adolf Hitler selbst) geplant gewesen, Beweise gibt es dafür jedoch nicht. Und natürlich gibt es Gespenster. Das Hotel gilt als einer der „verspuktesten“ Orte Südamerikas. Es gab sogar Untersuchungen von US-amerikanischen „Ghost Huntern“, die paranormale Aktivitäten in den Ruinen dokumentiert haben wollen. U.a. wandelt der ehemalige Sicherheitschef, der das Haus zwischen 1946 und 1948 allein bewohnte und unter mysteriösen Umständen verstarb, des Nächtens über die Flure. Heute ist das Gran Hotel Viena ein Museum mit etwas undurchsichtigen Öffnungszeiten, das im Rahmen einer einstündigen Führung besichtigt werden kann.












Die Tour durch das Hotel gibt es nur auf Spanisch, die ältere Dame, die wir als Guide erwischten, sprach in einem Tempo, bei den wir etwa 2% verstanden, was aber perfekt zu ihrem sonstigen Auftreten passte. Mit zackigen „Adelante! Adelante! und „Vamos!“ Vamos!“ Rufen wurde unsere Gruppe durch die Flure und Außenanlagen geschleust. Auch ohne die sicherlich sehr interessanten Erklärungen war das aus unserer Sicht aber ein absolut lohnender Besuch.
Am Nachmittag unternahmen wir einen Spaziergang in den äußerst touristischen Ort Miramar, der Feiertag tat ein übriges, es war voll auf der Uferpromenade und den Stränden. Nach einem kleinen Imbiss (u.a. mit Fleisch vom Nutria) zogen wir uns in Ingo zurück, den wir netterweise über Nacht auf dem Parkplatz des Hotels parken durften und holten Schlaf nach…







Mittwoch, 25.03.2026
Den windstillen Vormittag nutzten wir für einen Drohnenflug über das Hotel und die angrenzenden versunkenen Ortsteile incl. Amphitheater mit 4.000 Sitzplätzen. Ein faszinierender aber auch trauriger Anblick. Knapp 200 Wohnhäuser wurden bei dem Hochwasser vollständig zerstört, insgesamt war mehr als 60% des damaligen Stadtgebietes betroffen, die Stadt verlor damit fast ihre einzige Existenzgrundlage, den Tourismus. Von 100 Hotels mussten 90 schließen, das einzig positive war die Tatsache, dass es keine Todesopfer gab.









Die folgende Etappe hielten wir kurz, diese langweiligen Fahrten immer geradeaus durch endlose Landwirtschaftsflächen waren nur häppchenweise auszuhalten. Die einzige Abwechslung besteht in Mais links, Soja rechts oder andersrum.

Nach nur 100 km erreichten wir den Ort Arroyito und steuerten den städtischen Campingplatz an. Schnell war klar, das wird nichts mit Ingo. Etwas größeres als ein VW Bus würde den Rahmen dieses Platzes sprengen, wir fuhren 400 m weiter und parkten Ingo am Straßenrand der parkähnlichen Flußpromenade. Das Gelände war hübsch gemacht mit ein bisschen Gastronomie (das Eis war super!), einem kleinen Wald und natürlich unzähligen Picknick- und Grillmöglichkeiten.






Gerade als wir mit dem Abendessen fertig waren klopfte die Ortspolizei an die Tür, wir könnten dort nicht stehen bleiben, es gäbe aber ein Stück weiter einen Platz für uns. Na dann… Noch kurz ein Selfie, das der Polizist gerne hätte, alles zusammenpacken und zusammen mit dem chilenischen Truck, der kurz vorher gekommen war 500 m weiterfahren auf eine Wiese neben dem Friedhof. Der Platz war fast besser als der Seitensteifen der Promenade, also alles gut.
Noch fünf Tage lang müssen wir uns in der Gegend um Córdoba beschäftigen, bevor wir am kommenden Montag unsere neuen Polster abholen können. Als nächstes werden wir Villa General Belgrano ansteuern, das „deutsche Dorf“ mit dem drittgrößten Oktoberfest der Welt, Fachwerkhäusern und deutscher Küche mit Sauerkraut, Gulasch und Apfelstrudel. Manchmal muss sowas sein…
Soviele tolle Erlebnisse in so kurzer Zeit und dann noch bei Bestem Wetter. Prima. Wir sind auch gespannt auf die Polster. Das ist ja wie ein neues Sofa ohne es vorher gesehen zu haben….
Hoffentlich ist die deutsche Küche gut gekocht in Belgrano….
Herzliche Grüsse
Moln aus Hamburg !
Ich habe mit großem Interesse Eure Eindrücke u. Erlebnisse gelesen !!
Topp ! Wie immer !!
Allein , wenn ich nur Euern letzten Sonntag ,mit meinem vergleiche, liegen Welten an Eindrücken dazwischen !!!
Ich gestehe : Neid ? NEIN !! ANERKENNUNG !!
Ich bewundere Euern Mut und Eure Tatkraft , nicht nur zu träumen sondern auch umzusetzen !!
Ich werde Euch weiterhin VERFOLGEN , und bin gespannt auf den nächsten Bericht !!
Liebe Grüße
Gerd