Ihren Namen verdankt die Inselgruppe an der Südspitze Südamerikas dem portugiesischen Seefahrer Magellan, der bei der Erkundung der nach ihm benannten Magellanstraße nachts zahlreiche Feuer am Ufer sah und das Land daher Feuerland genannt hat. Betreten hat er es vermutlich nie.

Unsere Route:

Mittwoch, 17.12.2025

Das Reserva Natural Pingüino Rey beherbergt die einzige Festland-Königspinguinkolonie Südamerikas, die ganzjährig besiedelt ist. Etwa 250 Tiere umfasst die Kolonie, von denen wir einige aus etwa 20 m Entfernung beobachten konnten. Der Rest der Bewohner zog es vor, sich außer Sichtweite in den Dünen aufzuhalten. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs gab es nur ein etwa 11 Monate altes Junges mit noch braunen Federn, die anderen Jungtiere waren deutlich älter und sahen durch ihren aktiven Gefiederwechsel teilweise etwas räudig aus.

Königspinguine werden zwischen 70 und 100 cm groß und sind nach den Kaiserpinguinen die zweitgrößte Pinguinart, hauptsächlich leben sie in riesigen Kolonien in der Subantarktis, z.B. in Klein Georgien. Sie legen jeweils nur 1 Ei, das sie auf den Füßen transportieren und in einer speziellen Bauchfalte ausbrüten. Wir trotzten etwa 45 Minuten dem eisigen Sturm um die extrem lustig anzusehenden Tiere zu beobachten, ein einmaliges Erlebnis !

Anschließend suchten wir uns in der Nähe des Naturreservates einen halbwegs windgeschützten Platz neben einer etwas heruntergekommenen Schutzhütte und verschanzten uns den restlichen Tag in Ingo. Patagonien und damit auch Feuerland muss man wollen…

Donnerstag, 18.12.2025 bis Sonntag, 21.12.2025

Seit 1881 ist Feuerland zwischen Chile und Argentinien aufgeteilt, für uns bedeutete das mal wieder einen Grenzübergang. Die Ausreise aus Chile dauerte etwa 10 Minuten, es folgten ca. 10 km Niemandsland. Wie meistens war der Länderwechsel auch ohne die entsprechenden Schilder deutlich sichtbar. Kaum in Argentinien angekommen war die Straße schlecht, Rinder weideten auf den Wiesen und die Grenzgebäude wirkten etwas „einfacher“.

Dafür war der für Ingos Einreise zuständige argentinische Beamte der fröhlichste, den wir je erlebt haben. Lauthals zu argentinischer Pop Musik mitsingend füllte er die Aufenthaltserlaubnis für Ingo aus, sehr sympathisch ! Nach 10 Minuten war alles erledigt, für den Kühlschrank- oder sonstigen Inhalt interessierte sich kein Mensch. Willkommen zurück in Argentinien.

Nach einem Erledigungsstopp in Rio Grande, der größten Stadt Feuerlands steuerten wir unseren Stellplatz für die kommenden Nächte an. Seit langer Zeit waren wir mal wieder am Atlantik. Wir parkten Ingo zwischen den Dünen am Rande des Reserva Costa Atlantica Cabo Domingo mit der Schnauze in den tatsächlich etwas schwächer gewordenen Wind und freuten uns auf etwas ruhigere Nächte.

Gut behütet waren wir auf jeden Fall, in der Nähe des Stellplatzes war alles an Heiligen versammelt was gut und teuer ist. Ein ziemlich großes Haus für Gauchito Gil, mehrere kleinere für die Difunta Correa und gleich zwei Häuser für San Expedito, sozusagen den Heiligen für die letzte Minute. Er wird für schnelle Entscheidungen und dringende Angelegenheiten angerufen.

Das Beste an dem Platz war aber das Wiedersehen mit unseren lieben Reisefreunden Tanja und Gunnar (3weltreisen.de), endlich kreuzten sich unsere Reiserouten mal wieder. Das letzte Mal hatten wir uns bei unserem Heimaturlaub in Deutschland gesehen.

Sonntag, 21.12.2025

Nach zwei wunderschönen Tagen fiel der Abschied schwer, das ist die Kehrseite des Reiselebens.

Für uns ging die Reise weiter Richtung Ushuaia, dem „Ende der Welt“, das wir allerdings auf keinen Fall an einem Sonntag erreichen wollten. Der Verkehr nahm immer mehr zu, alle Wanderparkplätze in der Nähe der Stadt waren proppenvoll, der Saisonbeginn und die nahenden Feiertage waren deutlich spürbar. Kurz vor Ushuaia quartierten wir uns auf einem hübschen aber z.Zt. etwas matschigen kostenlosen Campingareal zu Füßen eines Ski-Ressorts am Rio Olivia ein. Unsere Ankunft am südlichen Ende der Welt verschoben wir auf den folgenden Tag, in der Hoffnung, dass es Montags etwas leerer sein würde.

Die Fahrt dorthin führte gegen Ende zunehmend durch gebirgige Landschaften und extrem mit Flechten bewachsene Südbuchenwälder. Ob das den Bäumen den Garaus gemacht hatte entzog sich unserer Kenntnis, auf jeden Fall sahen sie nicht mehr besonders gut aus.

Montag, 22.12.2025

Vor 5 Jahren, 6 Monaten, 1 Woche und 5 Tagen rollten wir bei Fa. Kerkamm in Elmshorn vom Hof, 131.500 km später standen wir „am Ende der Welt“ in Ushuaia. In erster Linie waren wir glücklich, es unfallfrei und gesund bis hierher geschafft zu haben, ein bisschen Stolz war aber auch dabei. Alles selbst geplant und organisiert, begleitet von sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten und den ein oder anderen Hürden und Widrigkeiten waren wir angekommen und hatten unterwegs unglaublich viel erlebt und gesehen. Ein unbeschreibliches Gefühl !

Und wie am 09.08. in Maras, Peru versprochen hatten wir den Lena wohlbehalten bis Ushuaia gebracht 😁.

Ushuaia macht es Menschen wie uns nicht mehr ganz so leicht, parken über Nacht ist eigentlich überall verboten. Trotzdem probierten wir unser Glück in einer kleinen Seitenstraße, die fußläufig zur Innenstadt lag und hofften das Beste. Der städtische Campingplatz etwa 10 km außerhalb sagte uns überhaupt nicht zu, zumal die matschige und unebene Wiese wohl DER Overlander Treffpunkt über Weihnachten ist. Auch diese Aussicht empfanden wir eher als abschreckend…

Die Stadt selbst bietet nicht wirklich viel, ist aus unserer Sicht aber hübscher als so manch andere, die hauptsächlich vom Tourismus lebt. Wir bummelten durch die überschaubare Innenstadt, machten die üblichen Fotos vor Buchstaben und Schildern und planten unseren Stellplatz für die Weihnachtstage.

Eine für uns völlig neue Vogelart konnten wir im Hafenbecken beobachten, den Riesensturmvogel, der nur auf dem antarktischen Festland und vielen subantarktischen Inseln brütet. Er verbringt sein Leben überwiegend auf hoher See und ist dann bis zum südlichen Wendekreis anzutreffen. Von Seeleuten werden die Vögel „Stinker“ genannt, da sie einen streng riechenden ölhaltigen Mageninhalt erbrechen, wenn sie sich erschrecken. Sie sind dadurch in der Lage, sich schneller in die Luft zu erheben. Der Riesensturmvogel erreicht eine Flügelspanne von bis zu 200 cm und eine Körperlänge von 84 bis 92 cm, er ist gut erkennbar an seinem gewaltigen, mit Hornplatten versehenen Schnabel mit seiner verlängerten Nasen-Doppelröhre.

Das Thema Falkland Inseln bzw. Las Malvinas begleitete uns in Argentinien von Anfang an. In Ushuaia legten sie allerdings noch einmal eine Schippe drauf. Neben den üblichen „Las Malvinas son Argentinas“ Schildern („die Malvinas/Falklands gehören zu Argentinien“), gab es Fotoausstellungen auf der Straße, Wandmalereien, große Transparente, die Haupteinfallstraße heißt „ Avenida Heroes de Malvinas“ etc. Besonders deutlich wurde die nationale Bedeutung des Themas aber durch eine Tafel an der Uferpromenade. U.a. war zu lesen, dass gem. argentinischem Nationalgesetz die Falklandinseln und die umliegenden Seegebiete zu Argentinien gehören und seit 1833 unter der illegalen Besatzung Großbritanniens stehen.

Dienstag, 23.12.2025

Nach einem Erledigungsvormittag in Ushuaia verließen wir vorübergehend die Stadt und fuhren ein Stück am Beagle Kanal entlang. Die natürliche Wasserstraße am südlichsten Zipfel Südamerikas verbindet den Atlantik mit dem Pazifik, ihren Namen hat sie von der „Beagle“, dem Forschungsschiff, mit dem Robert FitzRoy 1831 den Kanal entdeckte. Die Strecke bot anfangs noch schöne Aussichten auf die umliegenden Berge, bevor sie überwiegend im Wald verschwand. Genau in diesem Wald trafen wir tatsächlich mitten im Nirgendwo die „Two Walkabouts“, zuletzt hatten wir das deutsche Paar mit ihrem Lkw Anfang Januar 2023 auf der Baja California gesehen. Zufälle gibt es…

In Puerto Almanza fanden wir einen schönen Platz am Wasser mit Sicht auf das chilenische Puerto Williams, den Ort, der mit Ushuaia im Dauerclinch um die Bezeichnung „südlichste Stadt der Welt“ liegt. Wir entdeckten zwei wilde Orchideenarten und den Patagonischen Fink, waren von zahlreichen Pferden umgeben und genossen ansonsten den kaum vorhandenen Wind und die Ruhe. Mal wieder standen wir in Gesellschaft von Angela und Stephen, Jo und Kevin und ein weiteres englisches Paar waren wohl auf dem Weg, die Briten würden deutlich in der Überzahl sein 😉.

Puerto Almanza ist die südlichste Siedlung Argentiniens, bekannt ist der winzige Ort v.a. wegen der Königskrabbe, die hier gefangen und in den zahlreichen Restaurants serviert wird. Der Körper der „Centolla“ erreicht eine Größe von 17 bis 20 cm, ihre ausgestreckten Beine eine Spannweite von bis zu 1,80 m, das Tier gilt als Delikatesse. Wir erklärten die Krabbe zum passenden Weihnachtsmenü und verschoben den Genuss auf den kommenden Tag.

Mittwoch, 24.12.2025

Wir wünschen euch allen wundervolle Weihnachtstage und einen phantastischen Start in das Neue Jahr.

Für uns geht es am 28.12. mit der „World Explorer“ auf den siebten Kontinent, die Antarktis. Die 10 Tage dauernde Erfüllung eines Lebenstraums, wir freuen uns wie Bolle !

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Tanja und Gunnar
Tanja und Gunnar
12 Stunden zuvor

Danke schön. Schön war es mit Euch, danke für das Helfen mit der Wäsche und all den Leckereien. Schön geschrieben. Ende oder Anfang von Allem. Egal, wir haben es geschafft. Und Ingo mit Euch auch.

Michael
Michael
16 Tage zuvor

Viele Gruesse, frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und – Hut ab fuer die Meisterleistung dieser Reise. Ihr duerft berechtigt Stolz sein 🙂

Uta
Uta
20 Tage zuvor

Woah – wir sind in (ganz klein bisschen neidischen) Gedanken bei Euch auf der „World Explorer“ und wünschen Euch einen unvergesslichen Jahreswechsel und Start in ein hoffentlich ebensolches Jahr.
Uwe war mit seinem Kostüm auf dem letzten Foto vom praktischen Aspekt wohl klar im Vorteil.
Ute, das Frieren für die Schönheit hat sich aber eindeutig gelohnt. 😘
Liebe Grüße und allerbeste Wünsche von
Uta + Oti

Chris
Chris
23 Tage zuvor

Ihr Lieben, Euch ein frohes Fest, bleibt gesund und Munter, genießt den Sommer im Süden….
LG
Birgit&Chris

Dzierzon Frank
Dzierzon Frank
23 Tage zuvor

Moin Ihr Beiden.
Wir wünschen Euch schöne Weihnachten und einen guten Rutsch, viel Spaß auf dem siebten Kontinent.
Liebe Grüße
Ulli und Frank

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