Es gab nur zwei offene Grenzübergänge von der Türkei nach Griechenland, Kipoi im Süden und Kastanies im Norden. Bei beiden war die maximale Anzahl für private Einreisen auf 1.500/Woche beschränkt.

Entscheidet man sich für Kipoi, was wir getan haben, wird man beim Ausfüllen des online-Einreiseformulars PLF (Passenger Locator Form) darauf hingewiesen, dass diese Grenze nur für griechische Staatsbürger offen ist. Den ca. 400 Km langen Umweg über den Norden wollten wir nicht auf uns nehmen und sind trotz dieses Hinweises relativ optimistisch Richtung Kipoi gefahren.

Vorbei an einem ellenlangen LKW-Stau erreichten wir die Grenze.

Die Kontrollen auf türkischer Seite waren wieder zahlreich, insgesamt mussten wir an drei Schaltern unsere Papiere in unterschiedlichen Konstellationen vorlegen, aber alle waren nett und entspannt.

Und dann kamen die Griechen. Nach Vorlage der Ausweise wurden wir begrüßt mit „Jassas Ute, Jassas Uwe“, das PLF und der Impfnachweis wurden kontrolliert, es folgte ein Covid-Schnelltest und das war‘s. Keiner wollte die Kfz-Papiere sehen und v.a. war keine Rede davon, dass wir diesen Grenzübergang nicht nehmen dürfen. Im Übrigen hat sich auch dieses Mal wieder kein Grenzbeamter für Lui interessiert, wie immer auf unserer bisherigen Reise… Und das, obwohl wir aus Tollwutgebiet wieder in die EU einreisten.

Nach insgesamt ca. 30 Minuten waren wir das dritte Mal in Griechenland und steuerten uns bekannte Gefilde an. Unser erster Stellplatz war derselbe wie der letzte vor unserer Einreise in die Türkei, der Wald neben einem stillgelegten Sportplatz bei Loutros.

Nach einem Abstecher nach Alexandroupolis am folgenden Tag (Waschsalon und Einkauf) fuhren wir zurück in den Wald, um das schlechte Wetter auszusitzen.

Irgendwie verfolgte uns seit Tagen der Regen und das ungemütliche nasskalte Wetter. Wir machten ein bisschen Strecke und steuerten den Paralia Erasmiou südlich von Xanthi an in der Hoffnung, dass es etwas weiter westlich besser sein würde. War dann auch so, zumindest war es trocken und relativ windstill. Auch an diesem Strand standen wir vor etwas mehr als zwei Monaten schon einmal, Ende September war allerdings noch Badewetter und der Strand war relativ gut besucht. Die einzige Gesellschaft, die wir jetzt hatten, waren ein paar Angler.

Auch hier blieben wir zwei Tage und genossen zur Abwechslung mal wieder strahlenden Sonnenschein.

Am Nachmittag erreichten wir den nordwestlichen Teil von Chalkidiki und fanden einen akzeptablen Platz für die Nacht. Einer der beiden Zufahrtswege war schon dem Wasser zum Opfer gefallen, genauso wie große Teile des Strandes, der Platz lag in Hörweite der Straße und auch hier war der Müll nicht zu übersehen, für eine Zwischenübernachtung war es aber völlig OK.

Mittlerweile haben wir auch wieder einen Plan 🙂. Die kommenden Wochen wollen wir auf dem Peloponnes verbringen, wo es uns Anfang des Jahres gut gefiel und wo es v.a. wärmer sein sollte. Bis Korinth waren es noch ca. 650 Km, in ein paar Tagen sollten wir das geschafft haben.

Wieder fuhren wir einen bekannten Stellplatz an und erreichten kurz vor dem Olymp den Parkplatz der in einer Schlucht liegenden Ekklisia Agia Kori. Nach der Legende versteckte sich dort um 1800 ein christliches Mädchen vor der Zwangsehe mit einem Moslem. Nach einigen Jahren wurde ihr Skelett gefunden, das eine Ikone umarmte. An der Stelle, an der sie beerdigt werden sollte, entsprang eine Quelle, die heute noch sprudelt. Es wurde eine Kapelle neben der Quelle errichtet, das Wasser gilt als heilig.

Am folgenden Tag erreichten wir unseren vorletzten Stellplatz vor dem Peloponnes. Von den ungefähr 250 Km Strecke fuhren wir ca. 220 Km auf der Autobahn und haben dafür sage und schreibe € 25,90 Maut bezahlt. Ist Griechenland eigentlich das Land mit den teuersten Autobahnen ? Auf jeden Fall bestimmt das mit dem willkürlichsten System. Es geht in keinster Weise nach gefahrener Strecke, manchmal kosten ein paar Kilometer z.B. € 7,40, manchmal gar nichts, manchmal € 1,00. Verstehe das wer will, auf jeden Fall ist es teuer…

Unser Übernachtungsplatz am Strand von Molos war wieder bekanntes Terrain, auch hier waren wir Ende April schon einmal. Damals alleine und zumindest nachts ohne irgendwelche Geräusche oder Lärm. Als wir diesmal ankamen, waren schon zwei andere WoMos vor Ort, am Ende waren es drei und wir waren umgeben von bellenden Streunern…

Trotzdem war die Nacht entspannt und wir konnten uns am nächsten Morgen auf unsere letzte Etappe vor Korinth machen. Diesmal hätten wir eigentlich noch auf Ingos „Fußabdrücke“ stoßen müssen, den Parkplatz bei Oinoi steuerten wir immerhin zum dritten Mal an. Bis auf ein paar blühende Blumen (im Dezember bei ca. 10°C !) und eine verbrannte Schneise im Wald war alles wie bei unserem letzten Besuch.

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Sabine Réol
Sabine Réol
5 Monate zuvor

Hallo Ihr Zwei,
es ist schön an Euren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben zu können.
Beeindruckende Bilder und eine bildliche Schreibweise geben mir das Gefühl, es mitzuerleben.
ich drücke Euch die Daumen, dass alles weiterhin so läuft, wie Ihr es Euch wünscht!
Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
ganz liebe Grüße
Sabine

Beate
Beate
5 Monate zuvor

Hallo Ihr 2, es ist toll, Eure Eindrücke zu lesen, danke dafür! Ich drücke Euch die Daumen für gutes Wetter und wünsche Euch tolle Tage auf dem Peleponnes. Liebste Grüße Beate

Rössle Christoph
Rössle Christoph
5 Monate zuvor

Hallo ihr 2 immer wieder schön von euch zu hören! Wie gerne wären wir auch in Griechenland, aber das dauert noch ein wenig!
Es ist schon sehr schade ,immer wieder zu hören, wie viel Müll in der schönen Landschaft rumliegt und somit auch teilweise ins Meer gelangt! Euch ,wünschen wir weiterhin eine schöne, ruhige und pannenfreie Zeit! Frohe Weihnachten und einen guten Start ins hoffentlich bald coronafreie neue Jahr
LG Christoph und Gitti

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