Ein guter Gast hält sich zurück, ist höflich und nett, er zeigt seinem Gastgeber gegenüber Dankbarkeit ohne anbiedernd zu wirken. 

So weit so gut. 

Trotzdem sei es uns als Gäste gestattet, unsere Eindrücke über dieses Land zu äußern, in dem wir uns immerhin fast ein Jahr lang aufgehalten haben. 

Die Landschaft ist unbestritten in weiten Teilen einfach phantastisch, die Menschen fast immer nett und hilfsbereit, der Straßenverkehr läuft völlig entspannt, insgesamt ist das Reisen für Leute wie uns in den allermeisten Regionen extrem einfach. 

Aber…

Einige Dinge haben uns z.T. unglaublich genervt, oder zumindest des öfteren gestört oder gewundert 

  • die Waffengesetze in diesem Land sind u.E. mit ein bisschen gesundem Menschenverstand nicht nachvollziehbar. Nirgends auf der Welt sterben mehr Menschen durch Schusswaffen als in den USA, in unseren Augen kann es nicht sein, dass man z.B. zur „Gun Season“ nur mit Warnweste im Wald spazieren gehen kann, um nicht aus Versehen mit einem Hirsch verwechselt zu werden. Von dem ganzjährigen Geballer auf öffentlichem Land ganz zu schweigen. 
  • Bis zum Schluss haben wir nicht verstanden, warum ständig überall Autos im Leerlauf laufen müssen, gerne auch abgeschlossen auf irgendwelchen Parkplätzen ohne einen Fahrer weit und breit. Für den Motor ist das weitaus schädlicher als den Schlüssel umzudrehen und für Ruhe zu sorgen. 
  • Ein Umweltbewusstsein in irgendeiner Form ist im Alltag so gut wie nicht spürbar. Nicht nur die dauernd laufenden Autos, auch die Flut von Plastiktüten und anderem Plastikmüll und trotzdem selten vorhandenem Recycling ließen uns oft sprachlos zurück. 
  • Es ist unglaublich schwierig Lebensmittel zu bekommen, die erstens keinen Zucker enthalten und zweitens in landläufig üblichen Verpackungsgrößen erhältlich sind. Von den bis auf Kühlschranktemperatur klimatisierten Supermärkten ganz zu schweigen. 
  • Solartechnik ist bei den meisten Campern noch nicht angekommen. Kaum in der abgelegensten Natur angekommen, wird der Generator angeschmissen, um die Mikrowelle, Klimaanlage, Fernseher und was auch immer zu betreiben. Tag und Nacht…
  • Jede noch so kleine Strecke wird mit dem Golfwagen bzw. dem ATV oder dem Auto zurück gelegt. Fußwege sind oft gar nicht vorhanden oder enden im Nichts, häufig kommt man noch nicht einmal von einer Straßenseite auf die andere. Wenn nicht „Trail“ (Wanderweg) drauf steht, geht man nicht zu Fuß. 

Wir haben dieses Land gerne bereist, haben unbeschreibliche Dinge gesehen, nette Menschen getroffen und kennengelernt und viel erlebt. 

Insgesamt sind wir in den USA in 9 Monaten, 5 Wochen, 5 Tagen 33.054 Km gefahren und haben von insgesamt 50 Bundesstaaten 28 bereist. Wir haben 37 verschiedene Nationalparks, National Monuments o.ä. besucht und nehmen unzählige viele tolle Erinnerungen mit. 

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Thomas Burkhardt
Thomas Burkhardt
2 Monate zuvor

Hallo ihr Abenteurer,
absolut Nachvollziehbar, ich wäre nicht so höflich und würde das ganze Schwachsinn nennen. Vollkommen bescheuert!!!

Peter Moh
Peter Moh
2 Monate zuvor

Hallo Uwe und Ute, ich freue mich mit euch über die tollen Eindrücke auf eurer Reise. Die Anmerkungen sind gerechtfertigt und spiegeln die „Amerika first“ Einstellung der Bewohner abermals wieder. Frohe Weihnachten 🎄 Peter

Kim and Jay
Kim and Jay
2 Monate zuvor

The generators on the campers. I agree with that completely. Awful. We had to stay at that campground at Stovepipe Wells when we went back in to Death Valley and it was the worst night of sleep. I think we were the only people that weren’t running motors all night. Running the car for a long time too gets me. I have to listen to this nonstop at home. It is needed to warm up the car just a little in the winter (it’s “hot” here today as it’s almost 30 degrees, which Google tells me is below zero Celsius)… Weiterlesen »

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